Corona-Pandemie

Kommt jetzt die Ausgangssperre in der Seenplatte?

In der Mecklenburgischen Seenplatte könnte am Donnerstag der Inzidenzwert 200 überschritten werden. Dann kann es passieren, dass die Bewegungsfreiheit der Menschen stark begrenzt wird.
Seenplatte

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in der Mecklenburgischen Seenplatte schneller, als Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zu Beginn der Woche befürchtet hatte. Am Mittwoch kletterte die 7-Tage-Inzidenz auf 198,8 und rückte damit gefährlich nah an die 200er-Grenze, ab der drastische Einschränkungen drohen.

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Ab einem Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sollen die Länder noch härtere Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. So soll der Bewegungsradius um den Wohnort auf 15 Kilometer beschränkt werden. Vorbild für die 15-Kilometer-Vorgabe in Hotspots sind Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zufolge entsprechende Regeln in Sachsen. Diesen Einschnitt sah Manuela Schwesig am Dienstag für Mecklenburg-Vorpommern noch in weiter Ferne, weil der Wert bei 96,4 lag. Das könnte sich am Donnerstag ändern.

Landkreistag sieht noch Regelungsbedarf

Der Landkreistag Mecklenburg-Vorpommern sieht die Pläne von Bund und Ländern jedoch skeptisch, zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Hotspots einen 15-Kilometer-Bewegungsradius auf Kreisebene einzuführen. Trotz einer prinzipiellen Zustimmung sieht Geschäftsführer Matthias Köpp noch erheblichen Regelungsbedarf.

Für ein Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern sei die Festlegung auf Inzidenzen in Kreisen schwierig zu handhaben, sagte er am Mittwoch. Köpp erinnerte an Friedland im Kreis Mecklenburgische Seenplatte, das kurzfristig zum Hotspot mit einem Inzidenzwert von mehr als 600 wurde. "Wir würden uns für regionale Einschränkungen, beispielsweise auf Ämterebene aussprechen." Der Kreis Mecklenburgische Seenplatte ist mit einer Fläche von rund 5500 Quadratkilometern der größte in Deutschland.

Ein weiteres Problem sei die Kontrollierbarkeit. So seien vielfach die Kreisgrenzen gar nicht erkennbar. "Viele Menschen merken gar nicht, wenn sie über eine Kreisgrenze fahren." Ebenso müsse detailliert festgelegt werden, was ein triftiger Grund dafür sein kann, den 15-Kilometer-Radius zu verlassen. Ohne klare Festlegung werde es zu erheblichen Diskussionen mit Polizei und Ordnungskräften kommen, sagte Köpp.

Bewegungsfreiheit in Brandenburg

Im Nachbarland Brandenburg ist die Bewegungsfreiheit schon seit dem 16. Dezember stark eingeschränkt. In den Landkreisen Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Spree-Neiße sowie den kreisfreien Städten Cottbus, Potsdam und Frankfurt dürfen die Menschen tagsüber nur noch mit Ausnahmen nach draußen – zum Arbeiten, Einkaufen, zum Besuch von Schulen und Kitas, Ärzten und Behörden und für Sport allein, zu zweit oder mit Mitgliedern des eigenen Hausstands.

Von 22 Uhr bis 5 Uhr sind auch Joggen oder Spazierengehen nicht mehr erlaubt. Außerdem gilt ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Die Mecklenburgische Seenplatte ist in Mecklenburg-Vorpommern derzeit der Landkreis, in dem sich das Virus am schnellsten ausbreitet.

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Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 6. Januar, um die Einschätzungen und Hinweise des Landkreistages MV ergänzt.

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