Mecklenburg-Vorpommern kommt Weihnachten zur Ruhe – so wie hier in Stralsund.
Mecklenburg-Vorpommern kommt Weihnachten zur Ruhe – so wie hier in Stralsund. Stefan Sauer
Coronavirus

Kontaktbeschränkungen in MV schon ab 24. Dezember

In Mecklenburg-Vorpommern gelten bereits ab Heiligabend strengere Corona-Maßnahmen – noch früher als im Bund. Das Land bereitet sich zudem auf den Katastrophenfall vor.
dpa
Schwerin

Mecklenburg-Vorpommern zieht aus Sorge vor Omikron die Reißleine schon am 24. Dezember und verbietet private Zusammenkünfte von mehr als zehn Geimpften. Ungeimpfte dürfen sich mit höchstens zwei weiteren Personen treffen. Das gab Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstagabend nach einer Kabinettssitzung und der Bund-Länder-Schaltkonferenz mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) bekannt. Kinder bis 14 Jahre seien ausgenommen.

Diese Kontaktbeschränkungen sollen bundesweit bis spätestens zum 28. Dezember eingeführt werden. Mecklenburg-Vorpommern tue dies bereits zum 24. Dezember, weil immer noch viele Menschen im Land nicht geimpft seien, das Infektionsgeschehen hoch und die Krankenhäuser stark belastet seien.

Zahlen am Dienstag: Inzidenz sinkt unter 400 – aber mehr Menschen in Kliniken

Schwesig: „Wir machen uns ernste, große Sorgen.“

„Wir machen uns ernste, große Sorgen“, sagte Schwesig. „Die Lage wird sich drastisch verschärfen, das sagen uns die Wissenschaftler.“ Das Kabinett werde am Mittwoch zusammenkommenkommen und die Maßnahmen in die Landesverordnung einarbeiten. Der Tourismus und Gaststätten seien nicht betroffen. Auch für Schulen und Kitas ändere sich zunächst nichts.

Schwesig appellierte noch einmal dringend, sich rasch impfen und boostern zu lassen. So könnten schwere Krankheitsverläufe abgewendet werden. Damit sollte man nicht bis ins neue Jahr warten. „Omikron verbreitet sich jetzt und der Impfschutz braucht eine Woche, bis er sich aufgebaut hat“, erklärte die Regierungschefin.

Krisenstab für den Katastrophenfall

Bei Innenminister Christian Pegel (SPD) soll ein Krisenstab eingerichtet werden, um die sogenannte kritische Infrastruktur – wie Polizei, Pflege oder Schulen – zu schützen. Es müsse damit gerechnet werden, dass eine Vielzahl von Menschen mit Omikron infiziert wird und zu Hause bleiben muss, sagte die Ministerpräsidentin. „Wir bereiten uns auf den Katastrophenfall in Mecklenburg-Vorpommern vor.“ Die kritische Infrastruktur gerate in Gefahr, wenn ein Drittel der Mitarbeiter ausfalle. Die Bundeswehr soll verstärkt um Hilfe gebeten werden.

Voraussichtlich vom 27. Dezember an müssen Schwesig zufolge Museen, Theater, Kinos, soziokulturelle Zentren, Spielhallen, die Innenbereiche von Zoos und andere Freizeiteinrichtungen landesweit schließen. Dies ist bereits in fünf der acht Landkreise und kreisfreien Städte in MV der Fall. Hintergrund ist nach Schwesigs Worten die anhaltend hohe Zahl von Krankenhauseinweisungen. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz lag am Dienstag den zweiten Tag in Folge über dem Schwellenwert von 9. Sollte dies auch am Mittwoch der Fall sein, müssen die Einrichtungen landesweit schließen, wie ein Regierungssprecher erläuterte. Die Vorgabe in der Corona-Landesverordnung soll am Mittwoch entsprechend verschärft werden.

Update: Der Artikel wurde um 21:40 Uhr um weitere Informationen ergänzt.

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