Wer wird Fraktionschef bei der AfD: Enrico Schult (links) oder Nikolaus Kramer?
Wer wird Fraktionschef bei der AfD: Enrico Schult (links) oder Nikolaus Kramer? Marcus Brandt
MV-Landtag

Kramer gegen Schult – Machtkampf in der AfD

Bereits vor einem Jahr war es bei der Wiederwahl knapp für Nikolaus Kramer – jetzt gibt es einen Gegenkandidaten im Kopf-an-Kopf-Rennen um den Vorsitz in der AfD-Fraktion.
Schwerin

Offiziell halten sich beide Kandidaten zurück, wollen sich im Hinblick auf den 4. Oktober nicht öffentlich äußern. Auf den Fluren des Schweriner Schlosses aber wird gemunkelt, dass es am nächsten Dienstag in der AfD-Fraktion zum politischen Showdown kommt. Denn bei der anstehenden Wahl des Vorsitzes wird es wohl zwei Kandidaten geben – Amtsinhaber Nikolaus Kramer und Newcomer Enrico Schult.

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Kramer ist seit fünf Jahren Chef der größten Oppositionspartei im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns – Schult zog im Herbst vergangenen Jahres erstmals in das Parlament ein. Und das mit einem herausragenden Alleinstellungsmerkmal innerhalb der AfD-Fraktion: Der zweifache Familienvater und gebürtige Demminer holte sich als einziger AfD-Abgeordneter das Direktmandat. Schult gewann im September 2021 den Wahlkreis 13, der die Städte Demmin, Loitz, Jarmen, Dargun und die umliegenden Dörfer umfasst.

Auch Stellvertreterposten umkämpft

Der 46-jährige Kramer gilt in der AfD-Fraktion als nicht unumstritten. Bereits bei seiner Wiederwahl vor Jahresfrist erreichte er – obwohl seinerzeit ohne Gegenkandidaten – lediglich sieben Ja-Stimmen. Fünf Abgeordnete stimmten gegen Kramer, zwei enthielten sich. Innerhalb des gärigen AfD-Kosmos heißt es nicht selten, dass Kramer allein mit diesem Ergebnis bereits politisch maximal beschädigt worden sei.

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In der Tat ist es nicht leicht einzuschätzen, auf welche Seite sich die Mehrheit der AfD-Parlamentarier schlägt. Zumal auch politische Kompensationsgeschäfte möglich sein könnten, da auch die beiden Stellvertreterposten und der Parlamentarische Geschäftsführer Thore Stein zur Wahl stehen. Letzterer war vor zwölf Monaten mit viel Vorschusslorbeeren als Geschäftsführer gestartet – habe aber offenbar nicht das gehalten, was man sich von ihm versprochen hatte, verkündet der politische Schlossfunk.

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