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Insel Rügen

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Kreistag stimmt für Verkauf von Prora-Block

Der Block 5, der einst von den Nationalsozialisten als "Seebad der 20.000" geplanten Anlage ist der letzte der erhaltenen fünf Blöcke, der noch in öffentlicher Hand ist.
Der Block 5, der einst von den Nationalsozialisten als „Seebad der 20.000” geplanten Anlage ist der letzte der erhaltenen fünf Blöcke, der noch in öffentlicher Hand ist.
Stefan Sauer

Der Verkauf von Block 5 des NS-Baus Prora steht am Montag auf dem Programm des Kreistags Vorpommern-Rügen. Und der SPD-Politiker Stefan Kerth wird neuer Landrat.

Der Großteil des letzten noch unverkauften Blocks der NS-Hinterlassenschaft Prora soll ebenfalls privatisiert werden. Der Kreistag von Vorpommern-Rügen stimmte am Montagabend im nichtöffentlichen Teil der Kreistagssitzung dem Verkauf von Block 5 zu, wie Landrat Ralf Drescher (CDU) nach der Sitzung sagte. Zu Käufer und Kaufsumme machte Drescher keine Angaben. Nach dpa-Informationen soll es sich bei dem Käufer um die BauArt GmbH handeln, die bereits den Block 4 der einst von den Nationalsozialisten als "Seebad der 20.000" geplanten Anlage saniert und zu Wohnungen umgebaut hat. Das Unternehmen hatte bislang ein Interesse öffentlich dementiert.

Nach Unterzeichnung des Kaufvertrages können auch in dem unsanierten Abschnitt des 450 Meter langen Blocks 5 Wohnungen entstehen; bis auf einen 40 Meter langen Abschnitt für ein künftiges Dokumentations- und Bildungszentrum und die seit 2011 eröffnete Jugendherberge.

Für den Aufbau des Zentrums in der etwa 40 Meter breiten Liegehalle hatten Land und Bund jeweils 3,4 Millionen Euro zugesagt. Die endgültige Entscheidung über den Träger des Zentrums steht noch aus. Die Finanzierung der Ausstellung und der Betriebskosten ist bislang noch nicht gesichert. Landrat Drescher äußerte sich besorgt, dass die Landesregierung nicht so wie gewünscht in die Verantwortung tritt und der Landkreis weiter finanziell belastet werden könnte.  

Nur Block 5 noch in öffentlicher Hand

Die Blöcke 1 bis 4 des riesigen Gebäudekomplexes hatte der Bund seit 2004 an Privatinvestoren verkauft, die die Immobilien sanieren und Ferien- und Dauerwohnungen sowie Hotels schaffen.

In Prora wollten die Nationalsozialisten ein gigantisches Seebad mit 20.000 Betten errichten, um die Bevölkerung mit preiswertem Urlaub an der Ostsee auf Systemtreue zu trimmen. Der 1936 begonnene Bau der 4,5 Kilometer langen Anlage wurde 1939 mit Kriegsausbruch eingestellt. Nach Kriegsende wurde das Gelände militärisch genutzt.

Der Block 5 ist der letzte der erhaltenen Blöcke, der noch in öffentlicher Hand ist. Der Kreis hatte Bedingungen an den Verkauf geknüpft. So sollte der Käufer die Verlegung des Jugendherbergs-Campingplatzes finanzieren sowie ein Kleinspielfeld und Sanitärgebäude für das Jugendherbergswerk errichten.

Kommentare (1)

wurde bisher und wird weiterhin Volkseigentum verhökert?