In Blumentopf
Kripo Rostock entdeckt Skelett von totem Säugling

In dem Haus in Rostock wurde das Skelett eines Säuglings gefunden.
In dem Haus in Rostock wurde das Skelett eines Säuglings gefunden.
Stefan Tretropp

In einer Plattenbauwohnung im Rostocker Stadtteil Schmarl hat die Polizei ein totes Baby gefunden. Zuvor hatte es einen Hinweis gegeben.

Die Kriminalpolizei in Rostock hat am vergangenen Wochenende in einer Plattenbauwohnung im Stadtteil Schmarl bei einer Durchsuchung das Skelett eines Säuglings entdeckt. Eine dort lebende 27-jährige Frau soll – so der Vorwurf – das Kind in der Wohnung geboren und dort „aufbewahrt“ haben.

Harald Nowack, Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft in Rostock, teilte mit, dass die von einer Angehörigen der 27-Jährigen erstattete Anzeige bei der Polizei die Ermittlungen ins Rollen gebracht habe. Die Angehörige hatte laut Nowack Kontakt zum getrennt lebenden Lebensgefährten der 27-Jährigen. Die Kriminalpolizei rückte Samstagabend in der Plattenbauwohnung an und durchsuchte diese. Zum Zeitpunkt der Durchsuchung war die Frau, die sonst mit zwei Kindern in der Wohnung lebe, nach Angaben der Polizei nicht zu Hause.

"Zweifelsfrei das Skelett eines Säuglings"

Und tatsächlich bestätigte sich die Vermutung: Die Beamten fanden das Skelett eines Säuglings in einem großen Blumentopf. Am Dienstag – zwei Tage nach dem Fund – fand nach Angaben von Harald Nowack dann die rechtsmedizinische Untersuchung der menschlichen Überreste statt. „Diese verlief eindeutig, es handelte sich zweifelsfrei um das Skelett eines Säuglings“, erklärte Nowack. Der Fall weckt Erinnerungen an den Sommer 2005: Damals wurden im brandenburgischen Brieskow-Finkenheerd die Überreste von neun toten Säuglingen gefunden - ebenfalls in Blumenkübeln.

Die betroffene 27-Jährige wandte sich zwischenzeitlich an einen Anwalt, der gegenüber der Polizei erklärte, dass die Frau derzeit keine Angaben machen werde. Sie befindet sich aktuell auf freiem Fuß. Die Ermittlungen zur genauen Todesursache dauern gegenwärtig an. „Es gibt keine Anhaltspunkte für ein vorsätzliches Tötungsdelikt“, sagte Harald Nowack. Unklar ist derzeit, ob das Kind nach der Geburt gelebt hat oder bereits tot war. Ebenso wenig könne laut Nowack derzeit das Geschlecht des Säuglings bestimmt werden. Eine DNA-Untersuchung, die mehrere Wochen andauert, soll Aufschluss darüber bringen.