Festival gegen Rechtsextremismus
Kultband „Alphaville“ rockt in Jamel

Am 29. und 30. August 2014 findet wieder das Musikfestival «Jamel rockt den Förster» statt. Das Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer hatte das Festival demonstrativ als Kontrapunkt zur Dominanz von Neonazis in dem 40-Seelen-Dorf Jamel gegründet.
Am 29. und 30. August 2014 findet wieder das Musikfestival «Jamel rockt den Förster» statt. Das Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer hatte das Festival demonstrativ als Kontrapunkt zur Dominanz von Neonazis in dem 40-Seelen-Dorf Jamel gegründet.
Jens Büttner

In einem westmecklenburgischen Dörfchen stellt ein Künstlerehepaar seit Jahren ein Festival gegen Rechtsextremismus auf die Beine. Auch dieses Jahr müssen sie wieder mit Störgeräuschen rechnen.

Mit dem Musikfestival „Jamel rockt den Förster“ setzt das Künstlerpaar Birgit und Horst Lohmeyer erneut ein Zeichen gegen rechte Gewalt und Intoleranz. Zur achten Auflage werden etwa 500 Gäste erwartet. Den Konzertauftakt gaben „Sonuvabitch“, „Crushing Caspars“ und „Ohrenfeindt“. Für den heutigen Sonnabend hat sich mit „Alphaville“ eine Kultband der 80er Jahre in dem westmecklenburgischen Dörfchen angesagt, die mit „Big in Japan“ oder „Forever young“ Welthits landete.

Seit das Ehepaar aus Hamburg auf den alten Forsthof in Jamel zog, sieht es sich Anfeindungen der zu einem beträchtlichen Teil rechtsgerichteten Dorfbewohner ausgesetzt. Als Reaktion auf fortwährende Provokationen hoben Birgit und Horst Lohmeyer 2007 das Forst-Rock-Festival aus der Taufe. Für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus wurden beide mehrfach geehrt. Der Schweriner Landtag unterstützte in diesem Jahr die landesweite Werbung für das Festival.

Das Musikfestival muss sich aber erneut auch auf Störgeräusche einstellen. Der NPD-Aktivist Tino Streif hat nach Angaben der Kreisverwaltung in Wismar bei den Kommunalbehörden für heute ebenfalls eine Musik-Veranstaltung angemeldet. „Wir lassen uns davon nicht beeindrucken“, machte die Krimi-Autorin Birgit Lohmeyer aber deutlich.