Die Unimedizin in Greifswald mahnt die Studenten zu hygienekonformen Bärten. Erlaubt ist unter anderem der Typ „Zah
Die Unimedizin in Greifswald mahnt die Studenten zu hygienekonformen Bärten. Erlaubt ist unter anderem der Typ „Zahnbürste” der an einen deutschen Diktator erinnert. Center for Disease Control/Stefan Sauer
Atemschutzmasken müssen eng anliegen – dabei können Bärte vom Typ „Dali” oder „Verdi&rd
Atemschutzmasken müssen eng anliegen – dabei können Bärte vom Typ „Dali” oder „Verdi” schon mal im Weg sein. Mit „Zappa” oder „Zorro” wäre man aber hygienekonform. Center for Disease Control
Corona-Regeln

Kuriose Rasur-Vorschrift an Uni Greifswald – Hitler-Bart erlaubt

Per Mail an Medizinstudenten regelt die Uni Greifswald, welche Bärte sich mit den vorgeschriebenen FFP2-Masken vertragen. Darunter ganz ausdrücklich auch eine äußerst spezielle Form.
Greifswald

In der Corona-Pandemie drängt die Unimedizin Greifswald ihre Studenten zu hygienekonformen Bärten. Eine aktuelle Mail des Krisenstabs erinnert deshalb an die Vorschriften, die für das Tragen von FFP2-Masken gelten. „Bitte passen Sie ihre Rasur umgehend hygienekonform (...) an” heißt es darin.

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Grafik stellt klar: Hitler-Bart wäre erlaubt

Besonders irritiert zeigten sich einige Empfänger der Mail von einer beigefügten Infografik. Die führt auffalend detailliert auf, welche Bart-Formen unter einer FFP2-Maske getragen werden können, ohne die Filter-Wirkung zu beeinflussen. Grundregel: je kleiner, je besser. Ein Typ fällt dabei besonders ins Auge: Typ „toothbrush” (deutsch: Zahnbürste) – ein eng gestutzter Schnauzbart, wie ihn Adolf Hitler trug. Historisch fragwürdig und bestimmt nichts, das ein Greifswalder Student heute tragen würde, medizinisch aber offenbar nicht zu beanstanden.

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Kein wildes Studentenleben

Auch auf die entsprechenden Paragraphen aus dem Arbeitsschutzgesetz wird verwiesen und bei Nichteinhaltung mit Problemen des Versicherungsträgers gedroht. So soll gewährleistet werden, dass die FFP2 Maske richtig abschließt und so sicher schützt. Was auf den ersten Blick noch durchaus Sinn ergibt, wirkt bei näherer Betrachtung allerdings überzogen. So herrscht bei den Veranstaltungen und Praktika nicht nur eine Testpflicht, die Studenten arbeiten auch fast ausschließlich an Modellen und haben nur noch äußerst selten Patientenkontakt. Auch scheint der Schritt reichlich spät zu kommen, bedenkt man, dass die Pandemie nun seit zwei Jahren das Leben bestimmt.

Die Reaktionen der Studenten auf die Anweisung per Mail fielen dabei durchaus gemischt aus: Von großem Verständnis für die Maßnahmen, bis zum großen Ärger darüber war alles dabei.

Bart-Grafik aus den USA

Die Unimedizin betont in ihrem Schreiben, dass es sich nicht um eine neue Vorschrift, sondern lediglich um eine Erinnerung handelt. Auch die Grafik, die mit der Mail versandt wurde, stammt aus dem Jahr 2017 und wurde ursprünglich vom amerikanischen Center for Disease Control an Prevention (CDC) in den USA veröffentlicht – vergleichbar mit dem deutschen Robert-Koch-Institut. Die Illustration mit dem Hitler-Bart hatte im Internet allerdings schon früher für Aufregung gesorgt. Auffällig auch, dass die durchaus illustren Namen des CDC für Bart-Formen oft an historische Personen angelehnt sind – beim Typ „toothbrush” allerdings eine andere Assoziation gewählt wurde. In einer offenbar aktualisierten Variante auf der Seite des CDC wird dieser Bart-Typ nicht mehr explizit aufgeführt.

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