COVID-PATIENTEN

Lage in Intensivstationen in MV noch stabil

Viele deutsche Kliniken könnten schon bald überlastet sein, warnten Intensivmediziner am Freitag mit deutlichen Worten. So ist die Lage in Mecklenburg-Vorpommern.
dpa
Beatmungsgeräte und Überwachungstechnik stehen in einem Zimmer der Intensivstation in der Helios-Klinik in Schwerin.
Beatmungsgeräte und Überwachungstechnik stehen in einem Zimmer der Intensivstation in der Helios-Klinik in Schwerin. Auf den Intensivstationen der großen Kliniken des Landes ist die Lage nach eigenen Angaben angespannt, aber noch stabil. Jens Büttner
Rostock ·

Auf den Intensivstationen der großen Kliniken des Landes ist die Lage nach eigenen Angaben angespannt, aber noch stabil. Am Freitagnachmittag lagen dem Divi-Register zufolge landesweit 75 Covid-Patienten auf den Intensivstationen, von denen knapp zwei Drittel beatmet werden. Rund 100 Intensivbetten sind demnach noch frei, die aber nicht alle für Covid-Fälle zur Verfügung stehen, sondern auch für Unfallopfer oder Schlaganfallpatienten. Die bisher höchste Zahl intensivbetreuter Covid-Patienten war am 19. Januar mit 100 erreicht worden.

Lesen Sie auch: „Es brennt. Die Lage ist sehr dramatisch”

„Die Belastung ist sehr hoch”, sagt Christian Arns von der Uniklinik Greifswald. „Das Personal ist nun seit über einem Jahr stark gefordert, das geht an die Substanz.” Eingriffe, die nicht unbedingt notwendig sind, werden schon seit Januar nicht mehr gemacht. Die Covid-Patienten seien jünger als noch vor ein paar Monaten, weil viele der besonders gefährdeten Älteren bereits geimpft sind. Aber auch unabhängig davon müssen mehr Junge stationär aufgenommen werden, sagt Arns, ein Zeichen, dass die Verläufe schwerer würden. Und weil die Jüngeren seltener sterben, liegen sie länger auf den Intensivstationen.

Ausgelastet in Schwerin, in Rostock ist die Lage angespannt

Besonders ausgelastet sind die Intensivstationen in Schwerin. Laut Divi ist momentan kaum ein Bett frei. Trotzdem könne die Klinik immer einen Covid-Patienten auf der Intensivstation aufnehmen, sagt Sprecher Christian Becker. Dann werde intern umverteilt und im Notfall könnte man auch noch fünf Betten zusätzlich aufstellen.

An der Rostocker Uniklinik sei die Lage auf den Covid-Stationen stabil, aber so angespannt wie um Weihnachten herum, sagt Sprecherin Susanne Schimke. „Im Vergleich zum Beginn der Pandemie ist die Behandlung von Covid-19-Patienten deutlich routinierter geworden”, sagt sie. OPs werden hier noch nicht verschoben.

Mitarbeiter der Uniklinik, die anonym bleiben möchten, berichten von Engpässen bei ECMO-Geräten. Die speziellen Beatmungsmaschinen sind die letzte Verteidigungslinie der Medizin bei schweren Verläufen. Sie kommen zum Einsatz, wenn sonst nichts mehr hilft. „Noch geht es gerade so, aber es ist knapp”, sagt eine Mitarbeiterin. Sollten mehr Menschen eine ECMO-Therapie brauchen, müsse man entscheiden, bei wem es sich noch lohne.

In Neubrandenburg wahrscheinlich bald mehr Intensivbetten

Sprecherin Schimke bestätigt, dass mehr Patienten als zuvor ein ECMO-Gerät benötigen. Von den sechs Maschinen sei gerade nur eine frei (Stand Freitag). Wenn das nicht mehr reicht, will die Klinik versuchen, sich Geräte von anderen Krankenhäusern zu leihen, sagt Schimke.

Was die Rostocker Mitarbeiter auch sagen: Sie wissen nicht, wo die Notfallreserve herkommen soll, sollte die Zahl der Patienten stark steigen. Ärzte und Betten könne man von anderen Stationen abziehen, „aber was die Pflege angeht, habe ich keine Ahnung wer das machen soll”, hieß es.

In Neubrandenburg bereitet man sich unterdessen darauf vor, mehr Intensivbetten aufzustellen, sagt eine Sprecherin. Am Freitag lagen ihr zufolge 8 von 33 Covid-Patienten auf der Intensivstation. Seit Freitag werden nur noch dringend notwendige Eingriffe vorgenommen, um Personal und Platz für die Covid-Stationen zu gewinnen.

Lesen Sie auch: Wieder Impfungen für Menschen ab 60 mit Astrazeneca in MV

Corona-Update per Mail

Der tägliche Überblick über die Fallzahlen, aktuellen Regelungen und neuen Entwicklungen rund um das Corona-Virus in Mecklenburg, Vorpommern und der Uckermark. Jetzt kostenfrei anmelden!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Rostock

zur Homepage