European Currency - Europäische Währung
Der Anschaffungswert der aus dem Verkehr gezogenen Tests betrug gut 1,2 Millionen Euro. Das Land bekam kostenfreien Ersatz. Franz Pfluegl
Keime inklusive

Land gab fast 1,3 Millionen Euro für Ekel-Tests aus

Der Coronatest-Skandal in MV: Schnelltests an Schulen waren keimversucht, Eltern schockiert. Die Behörde hatte Testkits in hoher Stückzahl bestellt und nennt nun die Kosten.
Schwerin

Eltern und Schülern waren Gestank und trübe Testflüssigkeit aufgefallen, eine eilig beauftragte Labor-Analyse bestätigte den schlimmen Verdacht: An zahlreichen Schulen in MV sind offenbar keimverseuchte Coronatests eines chinesischen Herstellers (siehe Foto) zum Einsatz gekommen. Die Nachricht schockierte vor wenigen Tagen ganz MV, machte bundesweit Schlagzeilen.

Mehr als 1,2 Millionen Euro Anschaffungskosten

Auf Anfrage des Nordkurier teilte das Bildungsministerium MV jetzt mit, was die Ekeltests das Land in der Anschaffung gekostet haben: „Der ursprüngliche Kaufpreis der rund 900.000 Deepblue-Tests lag bei 1.289.131,76 Euro”, so Ministeriumssprecher Christian Moeller. Wie viele Tests schon verbraucht und wie viele nun eingestampft werden, ist nicht bekannt. Der gesamte Rest werde vernichtet, so Moeller zum Nordkurier.

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Laut Moeller war die Großbestellung der chinesischen Tests aufgrund eines Beschaffungsauftrages des Bildungsministeriums durch das Landesamt für innere Verwaltung (Laiv) erfolgt. Der Order sei ein förmliches Vergabeverfahren vorausgegangen.

Land handelte kostenfreien Ersatz aus

Zum Bakterien-Skandal stellt der Sprecher klar: „Dem Land ist kein finanzieller Schaden entstanden. Nach den ersten Verdachtsmomenten hat das Ministerium sofort gehandelt und Schulämter sowie Schulen darüber informiert, die Deepblue-Tests nicht mehr zu verwenden.” Es sei gelungen, in Verhandlungen mit dem Lieferanten einen kostenlosen Ersatz für alle rund 900.000 Deepblue-Test zu bekommen.

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Moeller: „Diese neuen, für das Land kostenlosen Tests sind natürlich von anderen Herstellern.” Es handele sich dabei um die Tests „COVID-19-N-Antigen Schnelltest SARS-CoV-2” des Herstellers „Aripa Biotec GmbH” und „NanoRepro SARS-CoV-2 Antigen Schnelltest” des Herstellers „NanoRepro AG”.

Weitere Untersuchungen laufen

Bei der Laboruntersuchung der chinesischen Tests waren alle untersuchten Proben (32 Stück) makroskopisch auffällig gewesen. Bei allen wurde eine bakterielle Verunreinigung mit Umweltkeimen bestätigt, teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mit. Um welche Art der Verkeimung es sich genau handelt, wir zurzeit in weiterführenden Laboruntersuchungen ermittelt.

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