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Landes-Beamte in MV sollen Büros jetzt selbst putzen

Mecklenburg-Vorpommern hat sich in der Corona-Pandemie hoch verschuldet. Deswegen sollen Mitarbeiter der Landesregierung jetzt selbst zu Besen und Feudel greifen.
Ein bisschen Spülmittel – und schon kann die Büroreinigung beginnen. In der Landesregierung sollen Mitarbeiter
Ein bisschen Spülmittel – und schon kann die Büroreinigung beginnen. In der Landesregierung sollen Mitarbeiter beim Putzen jetzt selbst aktiv werden. Christin Klose
Schwerin ·

Der DGB Nord hat den Erlass von MV-Finanzminister Reinhard Meyer, nach dem die Reinigungsleistungen in den Liegenschaften des Landes aus Kostengründen halbiert werden, scharf kritisiert. Seit dem 1. April werden unter anderem die Büros in der Staatskanzlei nur noch alle 14 Tage geputzt. Deshalb sind Beamte und Bedienstete in der Landesverwaltung aufgerufen, selbst auf die Sauberkeit zu achten.

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„Es kann nicht sein, dass die Bediensteten in der öffentlichen Verwaltung oder die Beamtinnen und Beamten bei der Polizei noch ihre Dienstzimmer selbst reinigen müssen”, so Ingo Schlüter, Vize-Vorsitzender DGB Nord. „Die haben ganz sicher andere Aufgaben.” Es grenze schon an DDR-Realsatire nach dem Motto „Spare jeden Pfennig – koste es, was es wolle”, wenn die Landesregierung mit einer Sparmaßnahme, die lediglich 1,2 Millionen bringe, einen Teil der milliardenschweren Corona-Schulden wieder reinholen will, so Schlüter weiter.

Reinigungsbranche darf nicht die Zeche zahlen

Die Landeregierung konterkariere durch den Wegfall öffentlicher Reinigungsaufträge außerdem den Anspruch „Land der guten Arbeit” zu sein. Durch diese Entscheidung setze sie Jobs und die Einkommen in einer Branche aufs Spiel, in der überwiegend Frauen ohnehin oft in Teilzeit oder Minijobs beschäftigt sind und jeder verdiente Euro zählt. „Es darf nicht sein, dass in Zeiten der Pandemie an den Reinigungsfachkräften und an der Sauberkeit gespart wird. Das hat zu Folge, dass die Reinigungsbranche jetzt die Zeche für die Pandemie bezahlt und die Akzeptanz für die Einhaltung von Hygienemaßnahmen sinkt”, heiß es in einer Mitteilung des Gewerkschaftsbundes.

+++ Mehr zur Situation von Reinigungskräften +++

Ingo Schlüter: „Der Umgang mit den Beschäftigten im Reinigungsgewerbe aber auch mit den Landesbediensteten ist ein Desaster. Wir fordern den Finanzminister deshalb dringend auf, mit den Gewerkschaften über die zeitnahe Rücknahme des Reinigungserlasses zu sprechen.”

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Kommentare (7)

Wie sagte mein Spieß schon:
Wer sich hier zu fein ist ein Klo zu putzen, der scheißt auch auf andere, wenn es ihnen dreckig geht.

Endlich mal ne Arbeit, wo sie ihren Kopf benutzen müssen 😂😂😂😂

Denken Sie mal lieber an die Gebäudereiniger, die arbeitslos werden, aber so weit reicht es ja nicht bei Ihnen.

Ist mir Wurscht 🖕🏻

Niveau und Nivea nicht immer verwechseln!

Wie immer.

für Sie: Nivea ist für die Haut und für das Niveau fehlen Ihnen scheinbar Argumente.