Jakobskreuzkraut gesichtet

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Landesamt sperrt Weide wegen giftiger Pflanzen

Weil das Jakobskreuzkraut auf seiner Weide wuchs, muss ein Bauer auf die Fläche verzichten.
Weil das Jakobskreuzkraut auf seiner Weide wuchs, muss ein Bauer auf die Fläche verzichten.
Felix Kästle/Symbolbild

Eine giftige Pflanze mit hübschen gelben Blüten kann für Tiere zur tödlichen Gefahr werden. Auch Gärtner sind aufgerufen, die Verbreitung des Jakobskreuzkrautes zu verhindern.

Tödliche Gefahr im Futter: In Mecklenburg-Vorpommern hat das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei erstmals eine Weide gesperrt. Ein Biobauer, der in Westmecklenburg einen Hof mit rund 140 Hektar Land bewirtschaftet, muss vorerst auf gut ein Viertel seiner Flächen verzichten.

Ursache ist der extreme Bewuchs mit hochgiftigem Jakobskreuzkraut, wie Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Amtes, erklärte. Da Lebensgefahr bestehe, dürfe das Vieh nicht mehr auf die Weide. Auch das Mähgut taugt nicht mehr als Futter.

Pflanze kommt aus Amerika

Die Pflanze, die offenbar mit Saatgut aus Amerika nach Deutschland eingewandert ist, blüht in den den Sommermonaten mit hübschen gelben Blüten auf Grasland und in Straßengräben. In Brandenburg hatten Behörden schon Ende Mai Alarm geschlagen. Seinerzeit war das Kraut nach Beobachtungen des Landesamtes insbesondere entlang von Straßen und an Feldrainen in die Höhe geschossen.

Das Gewächs enthält toxische Stoffe, die bei Mensch und Wirbeltier zu Leberschäden und Krebs und führen können. Zwar wird das Kraut von älteren Weidetieren wegen seines bitteren Geschmacks meist verschmäht. Jungtiere hingegen fressen, was ihnen vors Maul kommt.

Kleingärtner sollten verzichten

Auch Kleingärtner werden davor gewarnt, das durchaus dekorative Kraut in ihre Zierbeete oder Steingärten umzusiedeln. Insbesondere vorm Kontakt mit den Blüten, die das meiste Gift enthalten, sei abzuraten, hieß es.

„Um die Verbreitung zu stoppen, muss verhindert werden, dass die Pflanze blüht und ihre Samen ausstreuen kann“, sagt Frerk Feldhusen und appelliert an Landwirte und Gärtner ebenso wie an Straßenmeistereien und Naturschutzverbände.