DDR-GEHEIMDIENST

Landesbeauftragte will Stasi-Unterlagen in Schwerin bündeln

Nach dem Stasi-Beauftragten im Bund spricht sich auch dessen Kollegin auf Landesebene für eine Zentralisierung der Stasi-Akten auf. Neubrandenburg taucht in den Plänen nicht auf.
dpa
Nordkurier Nordkurier
Regale im Archiv der Stasi-Unterlagenbehörde in Neubrandenburg. In den Säcken lagern vernichtete Akten, die noch nicht rekonstruiert worden sind.
Regale im Archiv der Stasi-Unterlagenbehörde in Neubrandenburg. In den Säcken lagern vernichtete Akten, die noch nicht rekonstruiert worden sind. Simon Voigt
Neubrandenburg.

Mecklenburg-Vorpommerns Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Anne Drescher, befürwortet eine straffere Organisation der Stasi-Unterlagenbehörden. Wie ihr Thüringer Amtskollege Peter Wurschi sprach sich Drescher am Montag in Schwerin dafür aus, dass die Stasi-Akten künftig nur noch an einem Standort je Bundesland aufbewahrt werden. Während dies für Berlin sowie Brandenburg mit dem Standort Frankfurt (Oder) bereits gilt, existieren in Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern noch jeweils drei und in Sachsen-Anhalt zwei Außenstellen.

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BStU), Roland Jahn, dringt seit längerem auf Zusammenlegungen. Das Thema stand laut Drescher in der Vorwoche auch bei einem Treffen mit Opferverbänden und Aufarbeitungsinitiativen des Landes in Schwerin zur Debatte.

Standorte in Schwerin, Rostock, Neubrandenburg

Anders als die Landesregierung, die Rostock favorisiere, halte sie Schwerin für den geeignetsten Standort, sagte Drescher. In der Landeshauptstadt entstehe am Landesarchiv ein Neubau, in dem die Akten der Bezirksverwaltungen, der Polizei, der Justiz, der Parteien und Massenorganisationen der DDR mit denen des DDR-Geheimdienstes zusammengeführt werden könnten. „Für die wissenschaftliche Arbeit wäre eine solche Bündelung von großem Vorteil“, sagte Drescher. Auch die Aktensicherheit wäre gewährleistet. Der dritte BStU-Standort in Mecklenburg-Vorpommern ist die Außenstelle in Neubrandenburg. Dort liegen die Akten der ehemaligen Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Neubrandenburg.

Ein größeres Problem für Menschen, die ihre Stasi-Akten einsehen wollen, sehe sie durch die Zentralisierung nicht. Zwar sei das Interesse weiterhin groß. Doch würden in mehr als 90 Prozent der Fälle Kopien ausgegeben, die die Betroffenen zu Hause lesen können, sagte Drescher. Ziel müsse aber weiterhin sein, die Bearbeitungszeiten für die Bürger zu verkürzen.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage

Kommentare (4)

Jetzt wird's langsam mal Zeit,das dieser Papierkram ins Altpapier wandert!
30 Jahre nach der Wende sollte jeder sogenannte Bürgerrechtler ( komischer Weise tauchen da immer mehr auf, die sich als solche bezeichnen) seine Akte, so er oder sie denn eine hatte, gelesen haben.
Das kostet unnötig Steuergeld und hat null Nutzen.

IM HIHRKE so passen! Die puzzlen die geschredderten Akten computerunterstützt alle wieder zusammen. Jede Einzelne! Und wenn das hundert Jahre dauert.

Ich wurde 1992 Stasi-Überprüft. Ich hab nie eine Akte gehabt bzw die Stasi hat über mich keine angelegt.
Von mir aus sollen sie puzzlen bis se schwarz werden, ist eh keiner mehr da ,der zur angeblichen Verantwortung gezogen werden kann. Vor allem wer ein ordentlicher Staatsbürger der DDR war , brauchte die Stasi nicht zu fürchten. Wer ständig das System kritisiert hat und vor allem nicht gearbeitet hat (auf Kosten der Allgemeinheit gelebt hat) musste halt damit leben, von der Stasi kontaktiert zu werden. Das ganze Stasigejammer ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen die bis zum Ende der DDR dafür gesorgt haben das die Betriebe funktioniert haben, mit welchen wirtschaftlichen Schwierigkeiten auch immer. Ich schließe aus ihrem anonymen Namen mit der Zahl 76 ,das sie 1976 geboren wurden , so haben sie von der DDR sowieso nichts mitbekommen, ausser das sie zur Wende grade trocken waren und alleine die Schuhe zubinden konnten.

Vom guten Staatsbürger ist nicht viel übrig geblieben außer das Denunziantentum.