CORONA-PANDEMIE

Landesregierung bringt weitere Hilfen für MV-Werften auf den Weg

Um über die Runden zu kommen, brauchen die MV Werften für die nächsten Monate 175 Millionen Euro. Die MV-Landesregierung will helfen, das Geld zu bekommen.
Laufkatzen hängen am Bockkran der MV-Werft in Rostock-Warnemünde.
Laufkatzen hängen am Bockkran der MV-Werft in Rostock-Warnemünde. Jens Büttner
Schwerin.

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern will die Werften im Land helfen, damit sie die nächsten Monate überstehen können. So sei eine Zwischenfinanzierung erforderlich, um in den Monaten Juli bis September einen Finanzierungsbedarf abzudecken, erklärte das Wirtschaftsministerium unter Minister Harry Glawe (CDU) am Dienstag nach einer Beratung.

Nun werde die Möglichkeit geprüft, ob für die MV Werften an die Banken und Bürgen ein verpfändetes Kontoguthaben – eine sog. „locked box” – freigegeben werden kann. Die MV Werften in Stralsund, Rostock und Wismar gehören zum Mutterkonzern Genting Hong Kong (GHK). „Um dies zu ermöglichen, ist die Zustimmung von den beteiligten Banken und dem Land als Bürgen erforderlich. Mit dem Zwischenschritt soll unter anderem die Liquidität der Werften weiter sichergestellt und auch ausstehende Rechnungen von Zulieferern bezahlt werden. Die Landesregierung hat heute grünes Licht gegeben, diesen Weg zu gehen. Die Banken sind am Zug“, sagte Wirtschaftsminister Glawe.

Das Ministerium betont, dass es sich bei den Mitteln der „locked box” nicht um öffentliche Mittel handele, sondern um ein verpfändetes Guthabenkonto des Gesellschafters GHK. Dies sei bereits für einen möglichen Krisenfall während der Bauphase auf den MV Werften vorgesehen gewesen. Für die „locked box” würden 175 Millionen Euro benötigt. Ziel sei es, so Glawe, die Werften unter den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes zu bekommen. „Auf diese Weise können Schiffe weitergebaut und geplant werden. Der Rettungsschirm des Bundes würde verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten für die MV Werften eröffnen“, so Glawe.

"Es geht nicht nur um diesen ersten Schritt", betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach der Entscheidung. Auch nach dem September müsse man weiter beraten, ob die Werften im Land eine Zukunft haben. "Wir sagen: Die Chancen überwiegen", so Schwesig. Sonst drohe eine Insolvenz und der Verlust der Arbeitsplätze. Vor Beginn der Krise hätten die Werften sehr gut dagestanden.

Corona-Pandemie brachte enorme Schäden

„Angesichts der enormen wirtschaftlichen Schäden der COVID-19-Pandemie und der existenzgefährdenden Situation vieler Werften weltweit ist es wichtig, den Schiffbau im Land weiter zu ermöglichen”, so Glawe. Ziel der Landesregierung sei es, die MV Werften mit den Standorten Rostock, Stralsund und Wismar zu halten. Derzeit seien rund 3100 Arbeitsplätze direkt in den Werftbetrieben vorhanden, dazu kommen Zulieferer. Aufgrund der Corona-Pandemie befinde sich ein großer Teil der Mitarbeiter in Kurzarbeit, so das Ministerium.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

Kommende Events in Schwerin (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (1)

werden in ein Faß ohne Boden gekippt. Der Nordkurier ist auch nicht in der Lage den Weg zu den eigentlichen Gewinnern innerhalb des Geflechts aus Beteiligungen zu erfassen. Ein drohender Verlust von Arbeitsplätzen ist bei dem bereits bestehenden Anteil von Leiharbeit und Werkverträgen nur als wiederkehrende Worthülse der degenerierten Politkaste wahrnehmbar. Ob es letztlich wegen der EU-Regulierungen im Schiffbau auch umsetzbar sein wird, steht auf einem anderen Blatt.