SEUCHEN-ALARM

Landkreise in MV auf Schweinepest vorbereitet

Seit Jahren haben die Landräte gewarnt -nun ist die Afrikanische Schweinepest im Nordosten angekommen. Die Seuche stellt die Verwaltungen vor neue Herausforderungen. Pläne für den Ernstfall gibt es angeblich schon lange.
Seit Juli wird auch an der deutsch-polnischen Grenze in MV ein Wildschutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) errich
Seit Juli wird auch an der deutsch-polnischen Grenze in MV ein Wildschutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) errichtet, um zu verhindern, dass Wildschweine die Grenze zwischen Polen und Deutschland überqueren. Bernd Wüstneck
Neubrandenburg.

Wachsamkeit ja, Panik nein: Der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest auf deutschem Boden trifft die Landkreise im Osten und der Mitte Mecklenburg-Vorpommerns keineswegs unvorbereitet. Schließlich befinde man sich schon seit den ersten Fällen in Ländern der EU im Jahr 2014 in Alarmbereitschaft, verdeutlicht Dr. Guntram Wagner, Leiter des Veterinäramtes an der Mecklenburgische Seenplatte.

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Regelmäßige Seuchen-Übung

Die Zeit bis zum ersten bestätigten Fall in Brandenburg in dieser Woche hatten alle Landkreise genutzt, um sich auf den Tag X vorzubereiten. Pro Jahr gebe es mindestens zwei Übungen zur Tierseuchenbekämpfung, seit 2016 stehe die Afrikanische Schweinepest (ASP) dabei als Szenario mit auf dem Plan, erläutert Anke Radlof von der Pressestelle des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Viele kleinere Schweinehaltungen seien im Rahmen der Vorsorge kontrolliert worden, die Tierhalter seien zum Seuchenschutz beraten und belehrt worden. Alle Kreise hätten sich zudem Gedanken über detaillierte Notfallpläne gemacht, wenn zum Beispiel größere Mengen an Tierkadavern zu entsorgen seien.

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Sorge um Hunderte Betriebe in der Region

Trotzdem stellt der ASP-Ausbruch für die Ämter eine neue, zu Teilen unbekannte Herausforderung dar, ist sich Guntram Wagner sicher. „Praktische Erfahrung mit der Bekämpfung der ASP dürfte derzeit keine Kreisverwaltung in Deutschland haben, da die Seuche erstmalig in Deutschland auftritt.“ Allerdings seien die in den anderen EU-Ländern gemachten Erfahrungen mit der Seuche intensiv ausgewertet worden und in die Bekämpfungsstrategie eingeflossen.

Genau wie beim Seuchenzug der Europäischen Schweinepest in den 1990-er Jahren gehe es jetzt darum, dass die Schweine haltenden Betriebe alles unternehmen, um das Eindringen des ASP-Virus in die Bestände zu verhindern. Dazu seien alle erforderlichen Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten und notfalls zu verschärfen.

Nur wenige Schweinehalter beteiligen sich am Frühwarnsystem

Dafür sei aber eine lückenlose Erfassung der Bestände wichtig, verdeutlicht Stephan Meyer, 1. Stellvertretender Landrat des Landkreises Rostock. Im dortigen Kreis seien rund 240  000 Schweine in 211 Betrieben und Privathaltungen registriert. In der Seenplatte gibt es den Angaben zufolge rund 390 Halter mit insgesamt 127   000 Schweinen. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald spricht von 491 Halter mit rund 129  500 Borstentieren.

Zur Früherkennung möglicher Infektionen bei Hausschweinen können Betriebe seit Jahresbeginn freiwillig am ASP-Landesprogramm teilnehmen. Aus den drei Landkreisen haben sich insgesamt 44 Mastbetriebe dazu bereit erklärt.

Veterinäramtsleiter Wagner verweist noch einmal darauf, dass das Virus nur für Schweine eine Gefahr darstellt. Allerdings seien es die Menschen, die mit ihrem Verhalten die Ausbreitung eindämmen könnten, indem sie sich an bestimmte Regeln halten würden. Dazu gehöre unter anderem, keine Speiseabfälle zu verfüttern, keine Lebensmittel in die Natur zu werfen und besonders bei der Jagd hygienische Grundregeln einzuhalten. Mit Presseinformationen und Plakaten an den Autobahnparkplätzen seien einheimische Bevölkerung und Reisende bereits auf die Gefahr der Verbreitung der ASP zum Beispiel durch weggeworfene Wurstbrote informiert worden.

 

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Kommentare (1)

Kein Zaun kann eine Seuche aufhalten.