CORONA-PANDEMIE

Landrat Sack kritisiert Impftermin-Planung aus Schwerin

Laut Landrat Michael Sack, werden die Kapazitäten der Impfzentren in Vorpommern-Greifswald nicht ausgeschöpft. Hauptproblem sei, dass der zugeteilte Impfstoff rechtzeitig verbraucht werden müsse.
Michael Sack, Landesvorsitzender der CDU Mecklenburg-Vorpommerns, hat die Terminvergabe beim Impfen kritisiert.
Michael Sack, Landesvorsitzender der CDU Mecklenburg-Vorpommerns, hat die Terminvergabe beim Impfen kritisiert. Jens Büttner
Greifswald ·

Der Landrat im Kreis Vorpommern-Greifswald und CDU-Landesvorsitzende, Michael Sack, hat die zentrale Terminvergabe zum Impfen über ein Call-Center in Mecklenburg-Vorpommern kritisiert. "Wir haben große Probleme mit dem Terminmanagement, unsere Impfzentren werden zu gering gebucht", sagte Sack am Freitag vor Journalisten in Greifswald. 

Kapazitäten der Impfzentren werden nicht ausgelastet

So habe man am Mittwoch nur 35 Prozent der Kapazität in Greifswald und Pasewalk nutzen können. Pro Tag könnten dort bis zu 1.000 Menschen geimpft werden, an jenem Tag waren es 283. Die Auslastung der Impfzentren könne jedoch nur erreicht werden, wenn sowohl die Terminvergabe funktioniere, als auch perspektivisch genug Impfstoff geliefert werde, erklärte Kreissprecher Achim Froitzheim zusätzlich.

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Sack: Kreise könnten besser Termine vergeben

Hauptproblem sei, dass der zugeteilte Impfstoff innerhalb von fünf Tagen verbraucht sein müsse. "Wir planen ein, dass wir in voller Auslastung fahren, bekommen dann aber nicht ausreichend Termine zugewiesen", so Sack. Ein Problem, was sich vor allem im Pasewalker Impfzentrum zeige.

Das Hauptziel sei, allen Impfstoff zu verbrauchen. "Das ist die Latte und das haben wir bis jetzt immer geschafft. Das ist aber ein schwieriges Geschäft, weil wir nicht alle Zwischenschritte in der Hand haben", sagt Landrat Sack.

Ginge es nach dem Landrat, würde er auch die Terminvergabe gerne als Kompetenz der Kreise wissen. "Wir wüssten schon, wie wir das angehen müssen", hieß es in Richtung Schwerin. Die Terminvergabe leistet das Call-Center zentral im Auftrag der Schweriner Landesregierung. 

Die Impfdosen werden dabei jedoch nicht weggeschmissen. An einem Tag, so berichtete Sack, habe man jedoch 80 Impfdosen an ein Krankenhaus zur dortigen Nutzung abgegeben, weil die Impftermine nicht so gebucht waren, wie der Impfstoff für diesen Tag geplant gewesen sei.

Nächste Impflieferung ungewiss

Zuletzt seien am 18. Januar 1.235 Impfdosen von Biontech und 600 weitere von Moderna geliefert worden. Wann die nächste Lieferung im Kreis ankomme, sei aktuell noch nicht abzusehen, so Landrat Sack.

In Vorpommern-Greifswald liegt die Wochen-Inzidenz mit 195 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am höchsten in MV. Sack rechnet nicht mit einer schnellen Änderung der Corona-Lage: "Momentan ist nicht absehbar, dass wir in den Bereich von 50 kommen." Ostern sehe er die Region noch in keiner anderen Situation.

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Kommentare (7)

Dass die Impfstoffverfügbarkeit der limitierende Faktor sein würde war von Anfang an klar, und das ist auch völlig richtig so. Daher kann man es als Erfolg verstehen, dass die Impfzentren einen effiziente Nutzung des Impfstoffes ermöglichen.
Und für den hoffentlich bald eintretenden Fall, dass viel mehr Impfstoff zur Verfügung steht, haben die Impfzentren dann auch noch Reserven.
Viel ärgerlicher wäre es, wenn die Impfzentren nicht nachkommen würden, den vorhandenen Impfstoff zu verteilen und eventuell sogar Impfstoff verfallen würde.

Nein, Herr Sack, da kritisieren Sie den falschen Punkt. Reine Profilierung, keine Problemlösung.

Keine Ahnung wann die nächsten Impfdosen kommen, aber Termine vergeben wollen.

Irgendwie 🤪 schräg.

Naja, momentan hat das Impfzentrum eine Reserve von über 700 Impfzeiten pro Tag, da kann man schon mal nachfragen was das soll.
Und da Fr.Schwesig ja auch ordentlich ausgeteilt hat muss Sie nun halt auch einstecken. Und wenn man sich mal über die zentrale Impfterminvergaben erkundigt, dann ist es schon ein Problem. Weder hat das Land die Gesundheitsämter nachhaltig gestärkt noch sonstwas vernünftig hinbekommen.
Und wenn man die neuesten Umfragen sieht und dann weiß, dass Landtagswahl und Bundestagswahl auf einen Tag zusammenfallen, dann kann man Fr.Schwesigs Panikattacken schin verstehen.
Wenn heute die Werte auf 150 gesenkt werden, dann trifft es ja gleich wieder zwei CDU-regierte Landkreise, die die letzten Tage schon schwer gebeutelt wurden.

Ich finde es garnicht so verwunderlich, dass derzeit ein großer Puffer bei den Impfzeiten existiert, schließlich haben die Impfungen für große Teile der Bevölkerung noch garnicht begonnen. Wenn dann große Gruppen an der Reihe sind, die mobil sind und nicht im Hausbesuch geimpft werden müssen, wird man diesen Puffer wohl dringend brauchen.
Das ist aber nur meine persönliche Einschätzung.

Ja, dass das Wahlkampfgetöse leider auch vor diesem Thema nicht Halt macht ist ein bisschen Schade, aber da kann man vermutlich wenig machen. Ich habe auch überhaupt nichts gegen sachliche Kritik, fand es nur einfach sehr seltsam vom Landrat, sich gerade über die Reserven zu echauffieren.

Eine grundsätzliche Sache möchte ich noch loswerden: Natürlich gibt es viel Verbesserungsbedarf an allen Stellen in der Pandemiebekämpfung und der Impfkampagne und jeder Hinweis auf Verbesserung sollte in Betracht gezogen werden. Leider wird die berechtigte Kritik oft mit undifferenzierte Fundamentalopposition und ad-hominem-Anwürfen vermischt und vergessen, dass auch in Behörden und Ämtern ein steiler Lernprozess vonnöten war und ist. Die parteitaktische Schwarz-Weiß-Malerei nervt mich gehörig und verhindert den sachlichen Diskurs.

kann ich bestätigen, dass die Terminvergabe nicht läuft. Die fast ersten Geimpften (28.12.) hätten am 18.01. ihre Zweitimpfung bekommen sollen. So war im Dezember die Auskunft (inkl. Eintrag in den Impfausweis). Wer sich nicht gemeldet hat, war das Call-Center aus Schwerin, welches ja zwischenzeitlich installiert wurde und ohne deren Meldung man in das Impfzentrum gar nicht reinkommt. Die in Schwerin wissen, dass man nach 21 - 28 Tagen die Zweitimpfung braucht, weil man sonst wieder von vorn anfängt. Aber erst auf tägliche Nachfrage dort bekommt man irgendwann jemand Kompetenten an die Leitung, der die (eigentlich dort vorliegenden) Daten aufnimmt und an das Impfzentrum weiterleitet, damit man pünktlich seine Zweitimpfung erhält.
Ich jedenfalls bin der Meinung, dass die Zahl der Geimpften ohnehin nicht korrekt abgebildet wird. Man muss die Zahl der Personen nehmen, welche bereits beide Impfungen (zumindest von BioNTech kenne ich das so) erhalten haben, weil dann (1 Woche nach Zweitimpfung) erst der Schutz da ist. Aber dann wären wir ja wieder bei 0,irgendwas % an Geimpften, das darf ja nicht sein...

Na, das stimmt zum Glück nicht so ganz. Die zweite Impfung kann durchaus auch verzögert werden und schon nach der ersten Impfung stellt sich ein guter Immunschutz ein. Ich weiß nicht, ob das für alle Impfungen gilt, aber für diese gilt es, anerkannten Wissenschaftlern zufolge, ganz sicher.
Trotzdem ist es natürlich ärgerlich, wenn man so viel persönliches Engagement benötigt, um eine Impfung zu bekommen. Ich hoffe, dass sich das mit der Zeit besser einspielt.

... hätte ich mich wohl präziser ausdrücken müssen. Erst 1 Woche nach der Zweitimpfung ist der komplette versprochene Schutz gegeben.
Die Auskunft, dass man die Zweitimpfung in dem von mir genannten Zeitraum (21 - 28 Tage) erhalten soll, kam aus Schwerin sowie den Leuten aus dem Impfzentrum hier vor Ort (die haben es vom Hersteller). Ich weiß nicht, ob man da unbedingt noch etwas herauszögern sollte / muss? Wobei das für mich im Moment nicht mehr sooo wichtig ist, die Oma hat alles gut überstanden.