INFEKTIONEN

Landrat warnt – Mehr schwere Corona-Verläufe in MV

Auch der Kreis Ludwigslust-Parchim gilt inzwischen als Corona-Risikogebiet. Landrat Stefan Sternberg warnte am Samstag davor, das Virus herunterzuspielen. Dass viele Infizierte nicht erkranken, sei ein Mythos.
Stefan Sternberg (SPD, l) vertritt als Landrat eines der bislang drei Risikogebiete in MV.
Stefan Sternberg (SPD, l) vertritt als Landrat eines der bislang drei Risikogebiete in MV. Philippeisermann - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0
Erst das Feuer, nun Corona: Stefan Sternberg (SPD, l) sammelte schon vergangenes Jahr Erfahrung als Krisenmanager beim Brand a
Erst das Feuer, nun Corona: Stefan Sternberg (SPD, l) sammelte schon vergangenes Jahr Erfahrung als Krisenmanager beim Brand auf dem Truppenübungsplatz Lübtheen. Archiv/Jens Büttner
Ludwigslust ·

Die langen Verhandlungen zwischen Land und Kommunen über die neuen Corona-Regeln waren dem Gesicht von Stefan Sternberg (SPD) abzulesen. Auch er trat in der Nacht zu Samstag noch vor die Mikrophone. Sternberg ist Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim und Vize-Chef des Landkreistages in MV.

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Mehr Covid-Fälle in den Arzt-Praxen

Sternberg sprach von einer „rasanten Entwicklung der Corona-Infektionen” in seinem Landkreis, aber auch in anderen Teilen des Landes. Er habe zuletzt immer wieder die Diskussion darum führen müssen, die steigenden Zahlen hätten mit der hohen Zahl an Corona-Abstrichen in den Test-Zentren zu tun, wo viele Menschen auf Verdacht und ohne Symptome untersucht würden. Dem widersprach er deutlich. „Wir haben eben nicht nur Ergebnisse aus diesen Zentren. In den vergangenen Tagen und besonders am Freitag kamen immer mehr Testungen aus den Hausarzt-Praxen. Immer mehr Menschen gehen dorthin, weil sie sich krank fühlen”, so Sternberg. Die Ärzte würden nur dann einen Test anordnen oder selber durchführen, wenn es klare Indizien für eine Corona-Infektion gebe.

Sternberg: Die meisten Infizierten werden krank

Es gebe natürlich Menschen, die das Virus in sich tragen und ansteckend seien, ohne selbst krank zu werden. „Aber für meinen Landkreis kann ich sagen, dass fast 70 Prozent der positiv Getesteten auch mittlere bis starke Symptome entwickeln”, erklärte er. Auch die Nachverfolgung der Kontaktpersonen sei in den meisten Fällen nicht mehr möglich. „Vor zwei Wochen waren das im wesentlichen noch zwei Cluster, die wir unter Kontrolle halten konnten. Das ist nicht mehr so. 60 bis 70 Prozent der Fälle können wir nicht mehr auf einen Ausgangspunkt zurück verfolgen.” Jeden Tag seien in seiner Kreisverwaltung 350 bis 400 Menschen mit der Bearbeitung der Corona-Fälle befasst. „Wir kommen massiv an die Kapazitätsgrenzen und wir sehen, dass die Covid-Erkrankungen immer mehr in die Altersgruppen gelangen, die eben auch Risikogruppen sind.” Der Kreis Ludwigslust-Parchim ledete in der vergangenen Woche gut 130 Infektionen.

Mehr Fälle im Krankenhaus

In den vergangenen zwei Wochen mussten nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit knapp 70 Menschen wegen einer Covid19-Erkrankung in eine Klinik. Intensivmedizinisch mussten in diesem Zeitraum acht Menschen behandelt werden. Neben Ludwigslust-Parchim gelten auch die beiden Vorpommern-Landkreise inklusive der beliebten Reise-Ziele Rügen und Usedom als Risikogebiete auch der Landkreis Rostock liegt inzwischen bei einer 7-Tages-Inzidenz von mehr als 40 Fällen auf 100 000 Einwohner.

 

 

 

 

 

 

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Kommentare (6)

Dass man mit einem Virus krankgeschrieben wird, sollte keine Neuigkeit im Jahr 2020 sein. Das ist mit den vielen verschiedenen Grippestämmen und deren teilweise ebenso schweren Krankheitsverläufen seit vielen Jahrzehnten bekannt, weshalb in den kühleren Jahreszeiten vermehrt Bürger in Hausarztpraxen auftauchen. Klare Indizien gibt es grundsätzlich selten in der Medizin, das weiss ich sogar als Laie. Um eine womöglich weitreichendere Fehlindikation auszuschliessen, wird zusätzlich eine weitere Massnahme durchgeführt. Nicht die Kliniken sind überlastet (mit weggesparten Betten und Personal) sondern das exzessive Verfolgen von Bürgern und deren sozialen Kontakten. Letzteres ist keine medizinische sondern eine administrative Herausforderung, solange man Covid-19 im Infektionsschutzgesetz hat und die WHO die weltweite Panik und Hysterie nicht für beendet erklärt. Der herbeigefieberte Impfstoff (als Allheilmittel angepriesen) ist Hinhaltetaktik, weil es keinen weltweiten Plan gibt, wie man den Schlamassel, den man verbockt hat, ohne großen gesellschaftspolitischen Schaden überstehen kann.Schlimm genug, dass man seit März/April immer wieder neue Bevölkerungsgruppen findet, die angeblich für die Verbreitung eines Virus verantwortlich seien und in der Bevölkerung Unruhe stiftet bzw. gegeneinander ausspielt.

Bitte um Quellen dafür das es zu keinen Engpässen durch fehlendes Pflegepersonal kommt und somit eine Überlastung im Raum steht. Beziehen Sie sich da auf MV? Oder Viersen? Oldenburg? Bayern? Wer preist einen Impfstoff als Allheilmittel an? Quelle?
Als Laie behalte ich mir vor einzuschätzen, ob und wann Kliniken an ihre Belastungsgrenzen kommen.
Ich halte nichts von privatisierten Kliniken, die schwarze Zahlen schreiben wollen und vom Kranksein profitieren. Das fällt in meinen Augen bei einem plötzlichen Anstieg an Patienten definitiv auf die Füße - nur bringt eine Diskussion über diese grundsätzliche Problem nicht weiter und eine schnelle Lösung für die Kliniken, die sich bereits vor Problemen gestellt sehen.
Panik und Hysterie sehe ich maximal beim Toilettenpapier Regal.

Ich habe geschrieben, dass es keine Engpässe in den Kliniken gibt. Das ist grammatikalisch ein Istzustand und keine Prophezeihung. Schön, dass Sie sich als Laie selbst vorbehalten möchten, wann Kliniken an ihre Belastungsgrenzen kommen. Ihre Vorbehalts-Einschätzung interessiert Kliniken nicht, weil @Hokuspokus dafür nicht zuständig ist. Das mit dem Allheilmittel wabert seit Monaten in den öffentlich-rechtlichen Medien und bei Politikern. Wenn der Impfstoff kommt, wenn der Impfstoff da ist, wenn geimpft wird usw. bis dahin solle man sich gedulden. Ich mache mir lediglich Gedanken, wohin und bis wann das soziale und berufliche Leben auf Eis gehalten wird, wie der Kultur- und Kunstsektor sowie die derzeit erbärmlich verlaufende Schulbildung (alle 20 Minuten lüften, Decken und Mützen mitbringen, Teilquarantänen) weiter gehen soll und was die Verantwortlichen gedenken zu tun, um die jährlich tödliche Grippe und die nun jährlich tödlich auftretende Covid-19 aufzuhalten, verwalten, betrachten oder weiss der Fuchs was. Das kann ich von gewählten Volksvertretern erwarten, auch wenn Minister, Staatsekretäre sowie Kanzlerinnen nicht direkt aber in einer repräsentativen Demokratie indirekt gewählt und zuständig sind (vielleicht gesellen sich demnächst auch die direkt gewählten Volksvertreter in den Parlamenten dazu). Kommen aber nur negative oder gar keine Perspektiven, dann werde ich laut, wie viele Bürger und gesellschaftliche Bereiche in Kultur, Sport, Arbeit und Hotel/Gaststätten auch, die indirekt und direkt von Regelungen und Verboten betroffen sind. Ich habe zu keiner Zeit Covid-19 verleugnet oder verharmlost. Es mag sein, dass es exzessive Coronaleugner gibt, wie ebenso Bürger, die Stillstand und Agonie per Regierungserlässe geduldig ertragen. Aber dazwischen gibt es weitaus mehr Bürger mit Meinungen und Gedanken zu diesem Thema.

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