LANDGERICHT ROSTOCK

Lebenslang für versuchten Mord an Ex-Freundin

Er hat seine ehemalige Freundin aus dem Fenster gestoßen und dann mit einem Messer schwer verletzt. Das Gericht bewertet die Tat als versuchten Mord. Die Verteidigung ist damit nicht einverstanden.
dpa
Der Angeklagte mit seinem Pflichtverteidiger Rechtsanwalt Christian Matheja (r). Der Mann soll versucht haben, seine Ex-Freund
Der Angeklagte mit seinem Pflichtverteidiger Rechtsanwalt Christian Matheja (r). Der Mann soll versucht haben, seine Ex-Freundin zu ermorden. Danny Gohlke
Rostock.

Weil er seine frühere Lebensgefährtin mit einem Messer töten wollte, hat das Landgericht Rostock einen 41-jährigen Rostocker wegen versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht sah es am Freitag als erwiesen an, dass der Angeklagte Anfang März die 38 Jahre alte Frau während eines Streits zunächst aus ihrem Küchenfenster stieß. Sie fiel drei Meter tief in den Hinterhof. Dort attackierte er sie mit einem Brotmesser.

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Freundin als Besitz betrachtet

Erst ein Nachbar konnte ihn durch einem Hieb mit einem Brecheisen stoppen. Die Frau überlebte schwer verletzt. Der Angeklagte habe nicht akzeptieren wollen, dass sie sich von ihm getrennt hatte, befand das Gericht. Er habe die Frau als seinen Besitz angesehen und sich für die durch die Trennung erlittene Demütigung rächen wollen.

Schnitt in den Hals

Die Frau hatte sich einen Monat vor dem Angriff von dem Angeklagten getrennt. Sie hatten jedoch vereinbart, „gute Freunde“ zu bleiben. Dennoch stellte er sie wenig später in ihrer Wohnung zur Rede. Als der Streit eskalierte, wollte sie ihn der Wohnung verweisen und zu einem Nachbarn flüchten – beides ohne Erfolg. Inzwischen habe der Angeklagte den Entschluss gefasst, die Frau zu töten, so das Gericht. Als sie im offenen Fenster saß, habe er sie an der Kleidung gepackt, nach außen gedrückt und sie fallen lassen. Im Hinterhof versetzte er ihr einen Schnitt in den Hals, der die Halsschlagader um einen Millimeter verpasste.

Sicherungsverwahrung soll geprüft werden

Das Gericht entschied, nach 15 Jahren vor einer möglichen Strafaussetzung auf Bewährung zu prüfen, ob für den Angeklagten Sicherungsverwahrung angeordnet werden muss. Derzeit sei der ehemalige Hobbyboxer eine Gefahr „für die Allgemeinheit der Frauen“.

Während des Prozesses hatten vier ehemalige Freundinnen des Mannes ausgesagt. Jede dieser Beziehungen habe er durch sein hoch manipulatives, anfangs charmantes Auftreten begonnen und jeweils schnell eine Verlobung angestrebt. Danach versuchte er immer, seinen absoluten Machtanspruch durchzusetzen, kontrollierte seine Partnerinnen, und machte ihnen Angst. Eine Therapie habe das Frauenbild des mehrfach vorbestraften Mannes nicht verändert.

Der Verteidiger hatte eine vierjährige Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung beantragt. Nach seiner Darstellung wollte der 41-Jährige die Frau lediglich einschüchtern. Dabei habe sie auf der Fensterbank das Gleichgewicht verloren, behauptete er. Als er ihr im Hinterhof helfen wollte, habe sie sich an dem Messer verletzt, das er in der Aufregung noch in der Hand hielt. Der Verteidiger kündigte an, gegen das Urteil Revision einzulegen.

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Kommentare (1)

wollte das Schaf spielen. Hat nicht geklappt. Ein gemeingefährlicher Mann wird zurecht weggesperrt. Das seine Ex überhaupt noch lebt grenzt an ein Wunder.