Zwei Tote
Lebenslange Haft nach Brand in Güstrow gefordert

Im Prozess um den Mord an zwei Männern und schwere Brandstiftung hat die Staatsanwaltschaft gegen die 45 Jahre alte Angeklagte eine lebenslange Haftstrafe gefordert.
Im Prozess um den Mord an zwei Männern und schwere Brandstiftung hat die Staatsanwaltschaft gegen die 45 Jahre alte Angeklagte eine lebenslange Haftstrafe gefordert.
Bernd Wüstneck

Zwei Männer verbrannten in einer Wohnung. Das Feuer soll von einer Frau aus Wut, Eifersucht und Hass gelegt worden sein. Dafür soll sie nun lebenslang hinter Gitter.

Im Prozess um den Mord an zwei Männern und schwere Brandstiftung hat die Staatsanwaltschaft gegen die 45 Jahre alte Angeklagte eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Zusätzlich soll sie in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden. Die Frau soll Ende März die Wohnung ihres früheren Lebensgefährten in Güstrow in Brand gesetzt haben. Die Tür soll sie dann von außen abgeschlossen haben. Beide Opfer hatten laut Anklage keine Möglichkeit zur Flucht und verbrannten bis zur Unkenntlichkeit.

Die Tat sei aus Wut, Eifersucht und Hass erfolgt. Die Tatausführung habe in der Nähe der Heimtücke gelegen, führte die Anklagevertretung am Montag im Landgericht Rostock aus. Eine besondere Schwere der Schuld sah sie aber nicht. Alle Beteiligten waren zum Tatzeitpunkt betrunken, bei der Frau wurden mehr als 3,5 Promille gemessen. Sie habe laut Zeugenaussagen auch als gewalttätig gegolten.

Sie hatte die Tat bestritten, die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Die Beweisaufnahme habe nicht erbracht, dass die Angeklagte die Tat begangen habe. Sollte das Gericht dies anders sehen, sei von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit und der Einschränkung der Steuerungsfähigkeit auszugehen. Dies wiederum könne zu einer Strafe von 3 bis 15 Jahren führen. Das Urteil soll am 7. Dezember gesprochen werden.

Laut Anklage hatten die Männer noch zwei Notrufe absetzen können, eine rechtzeitige Hilfe sei aber nicht mehr möglich gewesen. Die Männer hätten minutenlang dem Tod ins Auge gesehen. Erschwerend sei hinzugekommen, dass durch den Brand auch eine syrische Familie gefährdet wurde, die auf der Etage gegenüber wohnte.