VERDI

Leere Briefkästen in MV – Warnstreiks bei der Post

Über eine halbe Million Briefe und bis zu 78.000 Pakete bleiben im Norden und Nordosten liegen. Der Grund ist ein Warnstreik bei der Deutschen Post.
dpa
Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen.
Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Paul Zinken
Schwerin ·

Hunderttausende Briefe sind am Samstag in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nach Gewerkschaftsangaben nicht bei den Adressaten gelandet. Grund war ein Warnstreik im aktuellen Tarifkonflikt bei der Deutschen Post. Die Streikbereitschaft sei sehr hoch gewesen, sagte ein Verdi-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

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Laut Verdi sollten in Schleswig-Holstein bis zu 330 000 Briefe unbearbeitet und bis zu 50 000 Pakete liegen bleiben. Betroffen seien rund eine Million Haushalte. In Mecklenburg-Vorpommern seien es bis zu 200 000 Briefe und bis zu 28 000 Pakete gewesen. Im Nordosten seien rund 375 000 Haushalte betroffen.

Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent mehr Geld

Bislang habe die Post kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt”, sagte der Verdi-Fachbereichsleiter Postdienste Hamburg/Nord, Lars-Uwe Rieck. Die Gewerkschaft fordert in der Auseinandersetzung 5,5 Prozent mehr Geld für 140 000 Beschäftigte und begründet dies unter anderem mit guten Geschäften dank des Paketbooms im Online-Handel. Die Post hält so eine Tariferhöhung für zu hoch, sie verweist auf Einbußen bei der Werbepost und auf die insgesamt schwächelnde Konjunktur wegen der Corona-Pandemie.

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Im zweiten Quartal dieses Jahres war der Umsatz der Post mit Briefen und Paketen in Deutschland um sieben Prozent auf 3,63 Milliarden Euro gestiegen. Am 21. September wollen die Arbeitgeber und die Arbeitnehmervertreter in Kassel ihre Verhandlungen fortsetzen.

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