MELDEPLATTFORM IN MV

„Lehrer-Pranger“ schlägt auf AfD zurück

Zwar sind schon viele Kommentare eingegangen – doch die sehen die AfD-Plattform meist kritisch. Auch der Landesschülerrat hat eine eindeutige Meinung.
Uwe Reißenweber Uwe Reißenweber
Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) will Lehrer unterstützen, die dem AfD-Portal gemeldet werden.
Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) will Lehrer unterstützen, die dem AfD-Portal gemeldet werden.
Schwerin.

Auf der umstrittenen Meldeplattform der Landes-AfD für Verletzungen der politischen Neutralität an Schulen ist in den ersten Tagen noch kein Hinweis eingegangen, den die Partei verfolgen will. Das sagte ein Mitarbeiter der Geschäftsstelle der Partei in Neubrandenburg dem Nordkurier. Die Plattform war am Montag freigeschaltet worden. Bis Mittwoch hätten sich ungefähr 200 Nutzer gemeldet – ein großer Teil davon mit kritischen Kommentaren zu dem Projekt. „Das haben wir aber auch erwartet“, hieß es aus der Geschäftsstelle.

Kritiker verurteilen die Plattform als „Lehrer-Pranger“. Mit ihr würden Schüler und ihre Eltern zum Denunziantentum gegen ihre Lehrer angestachelt. Unter anderem Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) sprach sich gegen die Plattform aus. Sollten Lehrkräfte mit Anzeigen über das Portal konfrontiert werden, bekämen sie vom Ministerium „jegliche Unterstützung auch rechtlicher Art“, schrieb Martin an alle Schulen des Landes. Gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten wolle sie die Rechtslage überprüfen.

AfD-Meldeportale in mehreren Bundesländern

Auch der Landes-Schülerrat meldete sich zu Wort. „Schule lebt von Zusammenarbeit und nicht von gegenseitiger Sabotage“, sagte die kommissarische Vorsitzende Josefine Birkholz. Als Schülervertreter sei man Ansprechpartner nicht nur für allgemeine Anregungen zur Verbesserung des Schulalltags sondern auch, wenn Schüler durch links- oder rechtsextremistisches Gedankengut die Neutralität gefährdet sähen. Der Rat sehe den Aufruf der AfD daher ganz klar als Misstrauen in die Arbeit der Schülervertreter. „Wir wollen lebendige Schulen, in denen frei diskutiert werden kann. Das AfD-Meldeportal ist Blödsinn“ so Birkholz.

Die Meldeportale der Partei, an die sich Kinder, Eltern und Lehrer wenden sollen, gibt es schon in anderen Bundesländern. Sie hatten vielfach Kritik hervorgerufen. AfD-Landeschef Leif-Erik Holm betonte jedoch: „Es geht nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen.“ Man werde keinen anonymen Hinweisen nachgehen und keine Namen veröffentlichen. AfD-Politiker würden bei aus ihrer Sicht begründeten Hinweisen das Gespräch mit der Schule suchen.

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Kommentare (7)

so wichtig wie an den Schulen. Kinder sind leicht zu beeinflussen. Deshalb ist es so wichtig, dass jedes Kind sich seine Meinung SELBER bilden kann! Leider ist die deutsche Lehrerschaft tendenziell links. Weitaus mehr als der Rest der Bevölkerung. Es steht in ihrer Verantwortung, ihre eigene Weltanschauung für sich zu behalten. Das gilt insbesondere für die Beamten unter den Lehrern.

Wenn man bedenkt, daß gerade in der BRD bis in die 70er, viele Altnazis (NSDAPler) unterrichtet haben, dann erklärt das warum viele junge Studenten und auch Professoren, endlich einen neuen Weg einschlagen wollten. Der dementsprechend natürlich eher links war. Ich persönlich begrüsse das natürlich. Das alte preußische Oberlehrertum mit Tadel und Rute ist nachgewiesener Maßen (hauptsächlich empirisch) einfach nur schlecht für junge , heranwachsende Menschen. Die AFD hat bildungspolitisch genauso viel "Alternativen für Deutschland" anzubieten, wie in anderen Themenfeldern- Parolen und sonst nichts...
Und das Petzen und Pranger Portal ist ja wohl nur ein schlechter Wahlgag, um kurz vor dem Urnengang noch ein bißchen Stimmung zu machen.
Es gibt einen Unterschied zwischen auf Probleme aufmerksam machen und dann Lösungen anbieten und stumpfen auf den Busch geklopfe.
Immer mit dem Subton der "ach so unfair" behandelten Kleinpartei.
Peinlich

schlechtzuschreiben, sie auszugrenzen und zu ignorieren beschert ihr nicht etwa weniger Wähler. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Wann begreift ihr das endlich?!

Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten – heißt es doch sonst immer. Ich ging bisher davon aus, das alle Lehrer im Land einen guten Job machen und sich dabei auch immer an die Gesetze halten. Das war wohl ein Fehler, selbst die Bildungsministerin scheint da Zweifel zu haben. Warum sonst sollten ihre Lehrkräfte „jegliche Unterstützung auch rechtlicher Art“ brauchen.

hätte Erich Mielke sicher Freudentränen in den Augen.... Denunzianten Aufzucht Portal

hat die AfD aus niederen Beweggründen eingerichtet, um sich so einen Vorteil zu verschaffen.

Wer meine Überschrift in Google eingibt, kommt zu der beschriebenen AfD-Webseite (erster Link). So kann man sich anhand der Quelle selbst ein Bild machen.