NORDKREUZ-ERMITTLUNGEN

Lehrer wegen Nähe zu rechtsextremer Gruppe suspendiert

An den Aktivitäten der Prepper-Gruppe „Nordkreuz” sollen maßgeblich auch Polizisten aus MV beteiligt gewesen sein sollen. Doch der Kreis der Verdächtigen weitet sich aus.
dpa
Die Ermittlungen zur Nordkreuz-Gruppe ziehen immer weitere Kreise.
Die Ermittlungen zur Nordkreuz-Gruppe ziehen immer weitere Kreise. Jens Büttner
Schwerin ·

Die Verbindungen der mutmaßlich rechtsextremen Prepper-Gruppe „Nordkreuz“ reichten in Mecklenburg-Vorpommern offenbar auch in den Bereich der Bildung. Wie das Bildungsministerium am Montag in Schwerin mitteilte, steht ein Lehrer in Verdacht, Kontakte zu der Gruppierung unterhalten zu haben. Nach Hinweisen vom Landeskriminalamt sei er bereits am vergangenen Freitag vom Dienst suspendiert worden. Weitergehende arbeitsrechtliche Maßnahmen bis hin zur außerordentlichen Kündigung würden derzeit geprüft, sagte ein Ministeriumssprecher.

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Staatsfeindliches Netzwerk von Staatsdienern

Das Ressort habe unverzüglich gehandelt. „Lehrkräfte mit einer zweifelhaften Haltung zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung können nicht im Schuldienst des Landes verbleiben“, hieß es. Weitere Einzelheiten könnten angesichts noch laufender Untersuchungen aber nicht genannt werden.

Im Zuge strafrechtlicher Ermittlungen gegen „Nordkreuz“ war bekannt geworden, dass der Gruppierung auch ehemalige und aktive Polizisten angehörten, die sich regelmäßig in Chat-Gruppen austauschten. Nach Angaben des Innenministeriums vom August stehen insgesamt 17 Beamte und ein Tarifangestellter der Landespolizei im Verdacht, in den Internet-Chats rechtsextremes Gedankengut verbreitet zu haben.

Illegales Munitionslager

Gegen zwei „Nordkreuz“-Mitglieder ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Ein ehemaliges SEK-Mitglied der Polizei, das ebenfalls zur „Nordkreuz“-Gruppe gehört und ein illegales Munitionslager angelegt haben soll, wurde bereits wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verurteilt. Der frühere Innenminister Lorenz Caffier (CDU) war kürzlich zurückgetreten, nachdem publik geworden war, dass er bei einem der Gruppe mutmaßlich nahe stehenden Schießtrainer und Waffenhändler eine Pistole erworben hatte.

Anhänger der Prepper-Szene bereiten sich mit dem Horten von Vorräten auf einen Katastrophenfall, den „Tag X“, vor. Zum Teil legen sie auch illegale Waffenlager an und führen – wie im Fall „Nordkreuz“ – Listen mit den Namen politischer Gegner.

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