NICHT GUT GENUG

Leibniz-Institut für Nutztierbiologie soll Förderung verlieren

Es ist ein harter Schlag für die Wissenschaft im Raum Rostock. Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf fällt aus der Leibniz-Förderung heraus. Nun bleibt eine Übergangszeit von drei Jahren, die Arbeit neu zu organisieren.
dpa
Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) verliert den Leibniz-Status.
Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) verliert den Leibniz-Status. Bernd Wüstneck
Dummerstorf.

Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf bei Rostock soll laut Leibniz-Gemeinschaft aus der gemeinsamen Förderung mit Bund und Land herausfallen. Dem Institut mit rund 300 Mitarbeitern sei es nicht gelungen, die 2015 geforderten Verbesserungen zu erreichen, hieß es am Mittwoch von der Gemeinschaft in Berlin. Die wissenschaftlichen und strategischen Schwächen seien nicht ausreichend behoben worden. Insbesondere habe es das Institut nicht erreicht, wissenschaftlich innovative Fragestellungen zu entwickeln und in ein Gesamtkonzept zu integrieren, hieß es. Das Leistungsniveau des FBN stagniere.

Angeblich fehlt ein Konzept für die notwendige Dynamik

Der Leibniz-Senat erkenne an, dass die Beratungstätigkeit und Entwicklungen von Ministerien oder Unternehmen nachgefragt würden, hieß es in der Mitteilung. Auch gebe es sehr gute wissenschaftliche Leistungen. Aber es fehle ein Konzept, um die notwendige Dynamik für wissenschaftlich innovative Ergebnisse zu erzeugen. Grundlegende Kritik gab es auch an der Personalpolitik bei der Besetzung von Leitungspositionen ebenso wie an der geringen und abnehmenden Zahl von Promotionen.

2018 betrug das Gesamtbudget des FBN nach Leibniz-Angaben 26,5 Millionen Euro, davon waren 2,3 Millionen Drittmittel. Aktuell sei das FBN an 114 Forschungsprojekten in Kooperation mit 308 Institutionen in 41 Ländern beteiligt. 2018 seien 17 Promotionen abgeschlossen worden. Rund 50 Millionen Euro wurden seit Institutsgründung für Neubauten und Modernisierungen in den Dummerstorfer Forschungscampus investiert.

„Das Geld wird sukzessive weniger”

Wie ein Leibniz-Sprecher Christoph Herbort-von Loeper sagte, gebe es nun einen Zeitraum von drei Jahren mit einer Übergangsfinanzierung. „Das Geld wird sukzessive weniger.“ In dieser Zeit könne das Institut mit dem Land über weitere Schritte nachdenken. „Es gibt eine Vielzahl von kreativen Möglichkeiten, wie das Land damit umgeht.“

Dass Leibniz-Institute aus der Förderung herausfallen, sei ein eher seltenes Ereignis. Im Zeitraum zwischen 2009 und 2016 seien 88 Institute begutachtet worden. Für die beste Kategorie mit einem maximalen Förderzeitraum von sieben Jahren seien 65 Prozent, bei fünf Prozent sei eine Beendigung der Förderung empfohlen worden.

Unverständnis: Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist sauer

Mit Unverständnis reagierte der Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). „Das FBN steht für Agrarspitzenforschung in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland und Europa.“ Nach der Übernahme des Instituts durch Klaus Wimmers 2016 sei ein Erneuerungsprozess mit vielen positiven Ergebnissen in Gang gebracht worden. Diese seien zum Teil nicht in den Bewertungszeitraum gefallen. Die Zahl der Publikationen sei gesteigert und acht Patente eingereicht worden. Backhaus kündigte an, am Freitag nach Dummerstorf zu fahren.

Im FBN wird die Biologie von Nutztieren wie Rindern, Schweinen oder Geflügel untersucht. Dabei geht es sowohl um die Wirtschaftlichkeit der Haltung als auch um das Tierwohl.

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