ANGEKLAGTER IN DER SCHWEIZ

Letzte Chance für Ärztepfusch-Prozess in Rostock

Ein Arzt soll eine Patientin zu einer unnötigen Hals-Operation überredet und diese extrem fehlerhaft erledigt haben. Der Prozess droht zu platzen, weil der Angeklagte in der Schweiz ist.
dpa
Dem Neurochirurgen wird vorgeworfen, eine heute 46-jährige Frau überflüssigerweise und fehlerhaft an der Halswi
Dem Neurochirurgen wird vorgeworfen, eine heute 46-jährige Frau überflüssigerweise und fehlerhaft an der Halswirbelsäule operiert zu haben (Archivbild). Bernd Wüstneck
Rostock.

Unter unklaren Voraussetzungen wird am Dienstag vor dem Rostocker Landgericht der Prozess gegen einen Neurochirurgen fortgesetzt. Der Arzt ist wegen schwerer und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Er soll 2010 eine Patientin zu einer unnötigen Hals-Operation überredet und diese extrem fehlerhaft erledigt haben. Die inzwischen 47 Jahre alte Frau ist seit der Operation dauerhaft krank und berufsunfähig.

Der 56-jährige Mediziner befindet sich seit Kurzem wegen anderer Vorwürfe in der Schweiz in Untersuchungshaft. Sollte der Mann am Dienstag nicht zum Prozess im Landgericht Rostock erscheinen, ist die gesetzlich festgelegte maximale Pause von einem Monat seit dem jüngsten Verhandlungstermin abgelaufen.

Acht Jahre Gefängnis gefordert

Der seit April 2018 laufende Prozess wäre dann mit hoher Wahrscheinlichkeit geplatzt und müsste zu einem späteren Zeitpunkt neu aufgerollt werden. Ohne den Angeklagten zu verhandeln, ist nur in Ausnahmefällen denkbar. Warum sich der Angeklagte in der Schweiz befinde, sei dem Gericht nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer acht Jahre Gefängnis und ein lebenslanges Berufsverbot für den Neurochirurgen gefordert. Für Dienstag, dem 40. Verhandlungstag, ist das Plädoyer der Verteidigung geplant. Der Mann war 2014 vom Landgericht Rostock wegen Abrechnungsbetrugs und Urkundenfälschung zu vier Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt worden.

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