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Letzte Soldaten verlassen Eggesin im nächsten Jahr

Mit der Schrumpfkur der Bundeswehr auf 185 000 Soldaten und 55 000 Zivilbeschäftigte ist die Schließung oder Verkleinerung zahlreicher Standorte verbunden.             
Mit der Schrumpfkur der Bundeswehr auf 185 000 Soldaten und 55 000 Zivilbeschäftigte ist die Schließung oder Verkleinerung zahlreicher Standorte verbunden.  
Jens Wolf/ dpa

Die Bundeswehrstandorte in Vorpommern haben das Schlimmste offenbar schon hinter sich. Was aus noch genutzten Militärflächen werden soll, ist zum Teil noch ungewiss.

Die Bundeswehrstandorte in Vorpommern sind bei der aktuellen Reform noch relativ glimpflich davon gekommen. In Eggesin und Torgelow fallen jeweils 40 Dienststellen weg, in Viereck sind es 270. Der Truppenübungsplatz Jägerbrück bleibt in seiner Fläche erhalten und wird weiter von der Bundeswehr genutzt, allerdings wird er zum Standortübungsplatz heruntergestuft. Das bedeutet, dass dort zwar noch Panzer fahren können, scharf schießen dürfen sie jedoch nicht mehr, erklärt Presseoffizier Hauptmann Jens Beier. Daher werde auch die Schießbahn zurückgebaut. Eine weitere Konsequenz ist, dass die Berufsfeuerwehr des Übungsplatzes ihren Dienst einstellt und deren Aufgaben künftig von den umliegenden Gemeinden übernommen werden.

Im dritten Quartal 2015 ist alles vorbei

Die Kaserne in Eggesin/Karpin soll laut den Reformplänen zum dritten Quartal 2015 geschlossen und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) übergeben werden. Das Sanitätszentrum zieht noch im Sommer nach Torgelow und die „letzten Mohikaner“ der traditionsreichen Garnison Eggesin, Teile des Logistikbataillons 142, verlassen im kommenden Jahr das Gelände, sagt Hauptmann Beier. Die Schwimmhalle, die Sporthalle und zwei Wohnheime würden weiterhin von der Bundeswehr bewirtschaftet.

Was aus der 85 Hektar großen Kaserne werden soll, kann Dietmar Jesse, Bürgermeister von Eggesin, aus heutiger Sicht noch nicht sagen. Solange das Gelände der Bima noch nicht endgültig zur Vermarktung übereignet ist, hätten Gespräche mit Investoren wenig Sinn. Erst vor einem Jahr habe es Gespräche mit einem Unternehmen aus dem Bereich der Photovoltaik gegeben. Da zu jenem Zeitpunkt noch nicht feststand, wie lange genau die Bundeswehr noch bleiben würde, wurde aus dem Vorhaben erst mal nichts, erklärt Jesse. Doch auch wenn die Bima übernommen hat, dürfte die Suche nach Investoren nicht einfach werden. Die Stadt selbst könne sicher nichts von der Kaserne kaufen, so der Bürgermeister.

Eggesin hat sich verändert

Ihre Erfahrung mit Konversion haben die Eggesiner bereits in der Vergangenheit gemacht, wenn auch unfreiwillig. Als in der vorpommerschen Kleinstadt vor gut zwölf Jahren 1800 Dienststellen gestrichen wurden, war der Schrecken groß. Inzwischen wurde das Gelände der ehemaligen „Vorpommern-Kaserne“ im Stadtzentrum beräumt, es wurden Straßen, Gehwege und Grünflächen angelegt und Plattenbauten wurden zurückgebaut. Eggesin ist so im Laufe der Jahre eine andere Stadt geworden. An die Armee wird bald vielleicht nur noch das Militärhistorische und technische Museum erinnern. 

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