Wohnungsmarkt

Linke fordert Maßnahmen gegen Wohn-Parallelwelten in MV

Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in immer mehr Städten heizt die Debatte um eine bessere Wohnungspolitik an. Die Linke warnt vor sozialer Spaltung.
dpa
Gravierende Unterschiede bei den Mieten etwa in Rostock und Schwerin führen laut der Linken zunehmend dazu, dass Menschen mit wenig Geld fast nur noch in Großwohnsiedlungen in Randlagen leben (Symbolbild).
Gravierende Unterschiede bei den Mieten etwa in Rostock und Schwerin führen laut der Linken zunehmend dazu, dass Menschen mit wenig Geld fast nur noch in Großwohnsiedlungen in Randlagen leben (Symbolbild). Bernd Wüstneck
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Schwerin .

Die Linke fordert mehr staatlichen Einfluss auf den Mietwohnungsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern und breitere Investitionsförderung, um die soziale Spaltung nach Wohngebieten einzudämmen.

„Wir müssen verhindern, dass sich in unseren Städten Parallelwelten verfestigen, in denen Arme unter Armen und Wohlhabende unter Wohlhabenden leben”, mahnte die Rostocker Landtagsabgeordnete Eva-Maria Kröger am Mittwoch am Rande der Winterklausur ihrer Fraktion. Zum Auftakt des zweiten Beratungstages in Banzkow bei Schwerin stand die Wohnungspolitik im Mittelpunkt.

Hartz IV-Regeln verstärkten den Trend

Laut Kröger führen gravierende Unterschiede bei den Mieten etwa in Rostock und Schwerin zunehmend dazu, dass Menschen mit wenig Geld fast nur noch in Großwohnsiedlungen in Randlagen leben. Die Hartz IV-Regeln verstärkten den Trend. Der Ausspruch „Sage mir, wo du wohnst, und ich sage dir, wer du bist”, gebe die bittere Realität wieder, beklagte Kröger.

Sie erneuerte die Forderung ihrer Partei, die Wohnraumförderung neu aufzustellen und für breitere Schichten der Bevölkerung zu öffnen. Neben dem Bau von Sozialwohnungen müsse auch Wohnraum für Mieter mit mittleren Einkommen gefördert werden.

„Dafür muss das Land endlich die Bundesmittel vollständig einsetzen und mit Landesmitteln ergänzen”, sagte die Oppositionspolitikerin. Nur so lasse sich eine sozial gemischte Mieterstruktur erhalten oder schaffen. „Eine Stadt für alle braucht sozialen Zusammenhalt und gute Nachbarschaft.”

Mietobergrenze soll angehoben werden

Bauminister Christian Pegel (SPD) hatte für Anfang 2019 eine neue Förderrichtlinie für den Wohnungsbau angekündigt und daran die Erwartung von mehr Investitionen geknüpft. Die Mietobergrenze für eine staatliche Förderung soll von derzeit 5,50 auf 6,00 Euro pro Quadratmeter angehoben werden.

Zudem soll eine weitere Förderkategorie eingeführt werden, die geringere Zuschüsse auch bei Mieten von bis zu 6,80 Euro pro Quadratmeter zulässt und somit auch Familien mit mittlerem Einkommen zugutekommt. Auch die SPD-Landtagsfraktion will sich bei ihrer Klausur in Wismar mit dem sozialen Wohnungsbau befassen.

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Kommentare (2)

Besonders die Linkspartei ist mit verantwortlich das wir solche Zustände im Land haben. In Berlin wo ein rot-rot-grüner Senat und eine Linke Wohnungsbausenatorin das sagen hat, sind die Zustände am schlimmsten. Die linke Wohnungsbausenatorin trifft sich regelmäßig mit Spekulanten im Ausland in die Hand gibt, wo darüber entschieden wird, wie man es noch schlimmer machen kann. In Berlin sind die Miet-Wucherpreise für viele einfache Menschen nicht mehr zahlbar. Es kann nicht sein, das 2/3 seines Lohn in der Zahlung von Miete verschwindet. Die Linke ist nur noch ein Elendsverwalter des Volkes geworden. Wer sowas wählt kann sich gleich die Kugel geben.

Zeigen Sie mal Belege für Ihre Lügen in Bezug auf Berlin. Der Artikel beschäftigt sich übrigens mit Mecklenburg-Vorpommern und der Forderung der dortigen Linken-Landespartei. Berlin hat ganz andere Problem-Ursachen: angefangen mit der CDU-Bankenaffäre, den damit verbundenen Haushaltsproblemen, dem Verkauf von mehr als 100.000 Sozialwohnungen an einen Finanzinvestor durch den damaligen Finanzsenator Sarrazin (ja, genau der) über das anhaltende Zinstief (geförderte staatliche Kredite werden günstig in private Kredite umgeschichtet, damit fällt der Sozialwohnungsstatus weg und die Wohnung kann teurer vermietet werden) bis hin zur Goldgräberstimmung bei Immobilieninvestoren, die besonders in Berlin von den ehemals günstigen Mieten und der riesigen Steigerungsrate profitierten. All das ist das langjährige Erbe, mit dem sich der aktuelle Berliner Senat herumschlägt. Zum Glück wird gerade massiv durch das Ausüben von Vorkaufsrechten gegengesteuert, so dass Wohnungen im Landesbestand gehalten werden können.