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Elf Betriebe stehen zum Verkauf

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Linke fordert Schließung früherer Straathof-Ferkelfabriken

Die Schweinezuch in Alt Tellin (Vorpommern-Greifswald) gilt als eine der größten in Europa.
Die Schweinezuch in Alt Tellin (Vorpommern-Greifswald) gilt als eine der größten in Europa.
Kai Horstmann

Schweinezüchter Adriaan Straathof musste seine riesigen Sauenanlagen abgeben, da gegen ihn ein Tierhalteverbot verhängt wurde. Nun will die Nachfolgegesellschaft die Betriebe loswerden.

Die Linksfraktion im Schweriner Landtag fordert die Schließung der drei Schweinezuchtanlagen der Straathof-Nachfolge-Gesellschaft LFD in Mecklenburg-Vorpommern. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die drei Betriebe in Alt Tellin, Medow und Fahrbinde, die dem Unternehmer Adriaan Straathof gehörten, zum Verkauf stehen. Darüber hatte der Sender NDR 1 Radio MV berichtet. Gegen Straathof war 2014 erstmals ein Tierhaltungsverbot verhängt worden, im Juli 2016 ein Berufsverbot. Straathof musste die Unternehmen abgeben.

Der agrarpolitische Sprecher der Linksfraktion, Wolfgang Weiß, sagte, ein Wechsel des Betreibers dieser Anlagen ändere nichts an den Haltungsbedingungen. „Lediglich die Profite fließen in andere Taschen”, sagte er. Eine tiergerechte Haltung sei in den „Tierfabriken” nicht möglich. Ein Ausstieg von Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland aus der Kastenstandshaltung für Sauen könnte ein Weg sein, derart überdimensionierte Anlagen zu verhindern, da sie sich dann nicht mehr rechnen, meinte Weiß. Die Anlage in Alt Tellin (Vorpommern-Greifswald) mit mehr als 10 000 Sauenplätzen gilt als eine der größten Sauenanlagen in Europa.

Dem Bericht des Senders NDR 1 Radio MV zufolge sollen die insgesamt elf Betriebe in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit zusammen 55 000 Sauenplätzen im Paket verkauft werden. Sie würden derzeit im Auftrag von Banken treuhänderisch geführt. Von der Gesellschaft LFD war bisher keine Stellungnahme zu erhalten.