„Benotung sozialer Herkunft”
Linke in MV gegen Zensuren für Hausaufgaben

Mit der Benotung von Hausaufgaben erfolge eine Ungleichbehandlung von Kindern, deren häusliches Umfeld verschieden sei, findet Simone Oldenburg (Linke).
Mit der Benotung von Hausaufgaben erfolge eine Ungleichbehandlung von Kindern, deren häusliches Umfeld verschieden sei, findet Simone Oldenburg (Linke).
Armin Weigel

Kann ein Lehrer feststellen, ob sein Schüler die Hausaufgaben selbst gemacht hat? Nein, findet Simone Oldenburg (Linke). Deshalb dürfe es dafür keine Noten geben.

Für Hausaufgaben sollte es nach Ansicht der Linken in Mecklenburg-Vorpommerns Schulen künftig keine Zensuren mehr geben. Der Lehrer könne unmöglich feststellen, ob die Leistung wirklich vom Schüler erbracht worden sei und nicht etwa von Oma und Opa, den Eltern oder Freunden, erklärte die Vorsitzende der Oppositionsfraktion, Simone Oldenburg. Die bisherige Praxis verstoße gegen geltendes Recht. Die Vorschriften sähen vor, dass eine zu bewertende Leistung eindeutig einem Schüler zuzuordnen sein müsse.

Oldenburg führt auch soziale Gründe für ihre Kritik an. Mit der Benotung von Hausaufgaben erfolge eine Ungleichbehandlung von Kindern, deren häusliches Umfeld verschieden sei. Die soziale Herkunft werde zum Gradmesser für Bildungserfolg oder Misserfolg, wenn bei dem einen die Familie helfe und bei dem anderen nicht.

Das Bildungsministerium besteht auf die Einhaltung der geltenden Regeln. Ist die Benotung einer Hausaufgabe angekündigt und wird sie dann nicht abgegeben, bekomme der Schüler ein „ungenügend”, weil die Leistung nicht bewertbar war, schreibt das Ministerium in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion.