SKANDAL AN UNI-KLINIK

Linke warnt vor Vertrauensverlust an Uniklinikum

Der Vorstandschef vorläufig suspendiert, Berichte über Mangel an Personal und Ausstattung: An der Universitätsklinik Rostock häufen sich die Negativschlagzeilen. Die Linksfraktion fordert Aufklärung.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Torsten Koplin rät der Landesregierung, die Parlamentarier von sich aus über die Vorgänge an der Rostocker Unimedizin zu informieren.
Torsten Koplin rät der Landesregierung, die Parlamentarier von sich aus über die Vorgänge an der Rostocker Unimedizin zu informieren. Jens Büttner
Schwerin.

Die Linksfraktion im Schweriner Landtag hat vor einem Vertrauensverlust durch die Vorgänge am Universitätsklinikum Rostock gewarnt. „Das wichtigste Gut des Menschen ist seine Gesundheit”, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin, am Donnerstag dem Nordkurier. Berichte etwa über fehlendes Operationsbesteck, Personalmangel und Mobbing gefährdeten das Vertrauen der Menschen, dieses dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden.

Nach der vorläufigen Freistellung von Vorstandschef Christian Schmidt wegen des Verdachts der persönlichen Bereicherung empfahl Koplin der Landesregierung, von sich aus das Thema auf die Tagesordnung in den zuständigen Ausschüssen Finanzen und Wissenschaft zu setzen und nicht erst die Aufforderung der Opposition abzuwarten. „Das wäre eine Geste, die zeigt, das man sich des Ernstes der Lage bewusst ist.”

Koplin fordert Rolle des Vorstands zu untersuchen

Vorstandschef Christian Schmidt war nach Bekanntwerden der Vorwürfe Ende Juni vom Aufsichtsrat „bis auf Weiteres“ freigestellt worden. Koplin forderte nun, nicht nur die Rolle des Vorstands zu untersuchen, sondern auch die des Aufsichtsrats. „Man muss sich genau anschauen, woran es gelegen haben könnte.” Bei dieser „hochkomplexen Materie” sei dies aber nicht die Sache von Einzelnen, sondern bedürfe einer „kollektiven Abstimmung”.

Die Universitätskliniken Rostock und Greifwald sind in Trägerschaft des Landes und wurden im vergangenen Jahr mit 57 Millionen Euro bezuschusst. Daraus entspringe auch eine „große Verantwortung”, betonte Koplin, der auch Co-Vorsitzender der Linken Mecklenburg-Vorpommerns ist.

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