ZUGVERKEHR

Linke will Aus von zwei Bahnstrecken verhindern

Der möglicherweise bevorstehende Abriss von zwei Bahnstrecken in MV schreckt die Politik auf. Jetzt soll sich der Landtag in Schwerin positionieren.
dpa
Die Linke will den drohenden Abriss der Bahntrassen Parchim-Malchow und Plau am See-Güstrow verhindern
Die Linke will den drohenden Abriss der Bahntrassen Parchim-Malchow und Plau am See-Güstrow verhindern. (Symbolbild) Monika Strehlow
Schwerin.

Die Linke will den drohenden Abriss der Bahntrassen Parchim-Malchow und Plau am See-Güstrow verhindern. Bei der Landtagssitzung nächste Woche wird die Oppositionsfraktion den 71 Abgeordneten einen Dringlichkeitsantrag vorlegen, wie die verkehrspolitische Sprecherin der Oppositionsfraktion, Mignon Schwenke, am Freitag ankündigte.

Die Landesregierung werde darin aufgefordert, den regulären Bahnbetrieb auf der Strecke der Südbahn zwischen Parchim und Malchow schnellstmöglich wieder aufzunehmen. „Zumindest muss erreicht werden, dass das Land den Landkreis Ludwigslust-Parchim finanziell unterstützt, wenn die Verantwortung für den Bahnbetrieb auf den Landkreis übergehen soll.” So funktioniere das auch zwischen Malchow und Waren in Verantwortung des Kreises Mecklenburgische Seenplatte.

300 Kilometer Bahnstrecken stillgelegt

Jährlich sind nach Schwenkes Berechnungen rund 700.000 Euro für den Bahnbetrieb nötig. „Das Land hortet im Sondervermögen für den Schienenpersonen-Nahverkehr eine viertel Milliarde Euro. Es liegt also nicht am Geld, sondern am politischen Willen.”

In Mecklenburg-Vorpommern seien in den vergangenen 20 Jahren rund 300 Kilometer Bahnstrecken stillgelegt worden. Einen weiteren Abbau dürfe es nicht geben. „Im Gegenteil, die Verkehrswende braucht die Bahn.”

Mangelnde Fahrgastzahlen als Begründung

Der Infrastruktur-Betreiber Regio Infra GmbH & Co.KG (RIG) im brandenburgischen Putlitz hatte am Donnerstag angekündigt, die Trassen Parchim-Malchow und Plau am See-Güstrow über ein Stilllegungsverfahren in den nächsten Monaten aufgeben zu wollen. Das Land hat 2013 den Nahverkehr auf der Strecke abbestellt. Dadurch fehlten die nötigen Einnahmen, hieß es.

Wie sich die anderen Fraktionen zu dem Dringlichkeitsantrag verhalten werden, ist noch offen. In der Fraktion der an der Landesregierung beteiligten CDU gibt es mindestens einen Unterstützer des Anliegens. Der wirtschaftspolitische Sprecher Wolfgang Waldmüller erklärte als CDU-Fraktionschef im Kreistag Ludwigslust-Parchim, es gehe nicht nur um ein paar Kilometer Schiene, sondern um die Perspektiven von Menschen in der Region und um die Entwicklung der beiden Landkreise Ludwigslust-Parchim und Mecklenburgische Seenplatte. „Der ländliche Raum würde weiter abgehängt.”

Das Verkehrsministerium verteidigte im „Nordkurier” sein Vorgehen und führte mangelnde Fahrgastzahlen auf den Strecken als Begründung für die Abbestellung an. Das Geld sei auf besser genutzten Strecken sinnvoller eingesetzt, hieß es.

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