Combat 18

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Linke wirft Caffier Schweigen zu Nazi-Gruppierung vor

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat erneut die Kritik des Linken-Abgeordneten Peter Ritter auf sich gezogen.
Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat erneut die Kritik des Linken-Abgeordneten Peter Ritter auf sich gezogen.
Klaus-Dietmar Gabbert

Das gewalttätige Neonazinetzwerk Combat 18 soll in Deutschland wieder aktiv sein – und Verbindungen nach MV haben. Das Innenministerium will dazu öffentlich nichts sagen.

Der Linken-Abgeordnete Peter Ritter hat das Schweriner Innenministerium erneut für dessen Informationspolitik zur Neonazi-Gruppierung Combat 18 kritisiert. Anlass ist eine Veröffentlichung linker Aktivisten, laut der C18 in Deutschland seit 2012 wieder aktiv sein und auch Verbindungen nach Mecklenburg-Vorpommern haben soll, erklärte Ritter am Freitag. Dass C18 (C18, engl. Code für „Kampfgruppe Adolf Hitler”) wieder aktiv ist, wird auch von Sicherheitsbehörden nicht bestritten.

C18 gilt als bewaffneter Arm des in Deutschland verbotenen Neonazinetzwerks Blood & Honour. C18 selbst ist hierzulande jedoch nicht verboten. Die Gruppierung stammt aus England und propagiert Konzepte für rechtsterroristische Zellen wie den „führerlosen Widerstand”, der etwa auch vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) praktiziert wurde.

Männer aus Bad Sülze und Malchin Teil von C18?

Laut „Recherchekollektiv Exif” sollen zwei Männer aus Bad Sülze (Landkreis Vorpommern-Rügen) und Malchin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) dem Netzwerk zuzurechnen sein. Das Innenministerium beantwortete Nachfragen zu dieser Darstellung nicht. Einer der mutmaßlichen Köpfe von C18 in Deutschland stammt Ritter zufolge ursprünglich aus Greifswald, lebt aber nicht mehr im Nordosten. Er war im vergangenen Jahr von Spezialkräften festgenommen worden, als er mit anderen Neonazis von einem Schießtraining in Tschechien zurückgekehrt war.

„Zunehmend erfährt die Öffentlichkeit erst durch investigative Recherche über mögliche rechtsterroristische Gefahren, während sich die Sicherheitsbehörden in Schweigen hüllen”, kritisierte Ritter. Bisherige parlamentarische Anfragen hatte die Landesregierung mit Verweis auf den Geheimschutz nicht beantwortet. „Muss erst wieder eine neonazistische Mordserie auffliegen, bis die Sicherheitsbehörden über die Existenz rechtsterroristischer Strukturen informieren?”, fragte Ritter.

Das Ministerium wies die Kritik zurück. C18 werde beobachtet, da die Anhänger grundsätzlich gewaltbereit und waffenaffin seien. Seinen Erkenntnisstand will das Ministerium weiterhin nicht mitteilen, da dies laufende Ermittlungen beeinträchtigen würde. „Daran dürfte auch der Abgeordnete Ritter kein Interesse haben”, erklärte Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Der Minister warf Ritter vor, ihn zum Rechtsbruch aufzufordern und das Kontrollgremium infrage zu stellen.