LANDTAG MV

Linke wollen Kindertag zum Feiertag machen

Die Mehrzahl der Feiertage in Deutschland ist christlich geprägt. Die Linke würde in Mecklenburg-Vorpommern gern einen weltlichen hinzubekommen.
dpa
Der Kindertag wird in MV meist groß gefeiert. (Archivbild)
Der Kindertag wird in MV meist groß gefeiert. (Archivbild) NK-Archiv
Schwerin.

Die Linke kämpft weiter gegen die Benachteiligung des Nordens gegenüber dem Süden bei der Zahl der Feiertage. In einem Gesetzentwurf, über den am Mittwoch der Landtag in Schwerin abstimmt, schlägt die Oppositionspartei den Internationalen Kindertag am 1. Juni als zusätzlichen arbeitsfreien Feiertag für Mecklenburg-Vorpommern vor. Die Chancen auf Umsetzung stehen allerdings schlecht.

Schon bei der Gesetzeseinbringung im Dezember hatte sich eine deutliche Mehrheit des Parlaments dagegen ausgesprochen, den Entwurf in den Landtagsausschüssen überhaupt zu erörtern. Als Hauptgrund für die Ablehnung wurde die Sorge um Einbußen für die Wirtschaft genannt.

Der Linken-Abgeordnete Henning Foerster appellierte an die Parlamentarier, die Chance auf einen Zugewinn an Freizeit insbesondere auch für Familien nicht ungenutzt verstreichen zu lassen. „Auf der Konferenz der norddeutschen Regierungschefs in Februar haben sich alle Länder dafür ausgesprochen, die große Ungleichheit bei den Feiertagen zwischen Nord- und Süddeutschland zu schließen”, erklärte Foerster. Schleswig Holstein und Hamburg hätten den Weg für einen zusätzlichen Feiertag frei gemacht, in Bremen habe es in erster Lesung Zustimmung gegeben und auch Niedersachsen sei bereits auf dem Weg zu einem zusätzlichen Feiertag, sagte er.

13 Feiertage in Bayern

Bei dem Treffen Anfang Februar hatten sich die Ministerpräsidenten der Nordländer darauf verständigt, den Reformationstag am 31. Oktober als zusätzlichen Feiertag anzustreben. Entscheiden darüber müssen die Landesparlamente. In Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Tag bereits arbeitsfrei. Damit hat der Nordosten 10 gesetzliche Feiertage, einen mehr als seine westlichen Nachbarn. Baden-Württemberg und das Saarland haben allerdings 12 Feiertage, Bayern sogar 13, vier weitere Länder immerhin 11.

„Aus unserer Sicht arbeiten die Menschen in MV genauso hart wie die in Bayern oder Baden-Württemberg. Warum also haben sie weniger Anspruch auf Erholung, Besinnung und zusätzliche Zeit für Freunde und Familie?”, fragte Foerster, der wirtschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Landtag ist. In Mecklenburg-Vorpommern werde am meisten gearbeitet und am wenigsten verdient, sagte er unter Hinweis auf vergleichsweise lange Wochenarbeitszeiten und eine weiterhin geringe Tarifbindung im Land.

„Dies lässt sich nicht mal eben durch eine Parlamentsdebatte und den dazu passenden Beschluss ändern”, stellte Foerster fest. Für einen zusätzlichen Feiertag sei dagegen „nur der politische Wille und einen einziger Beschluss im Landtag erforderlich”.

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