Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) steht seit Tagen massiv in der Kritik.
Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) steht seit Tagen massiv in der Kritik. Jens Büttner (Archiv)
Affäre um Waffenkauf

Linke: Wurde Caffier von seinen eigenen Leuten getäuscht?

Hintergeht der Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern seinen eigenen Dienstherrn, Innenminister Lorenz Caffier? Diesen Verdacht äußert die Linke nach Caffiers jüngster Erklärung zu seinem Waffenkauf.
dpa
Schwerin

Die Erklärung von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) von Montagabend zu seinem umstrittenen Waffenkauf Anfang 2018 lässt nach Ansicht des Innenexperten der Linksfraktion, Peter Ritter, noch viele Fragen offen. „Die Erklärung ist wenig geeignet, Licht ins Dunkel zu bringen“, sagte Ritter am Dienstag.

„Frage, wie die Behörden mit ihrem Chef umgehen”

Es sei mehr der Versuch Caffiers zu vermitteln, dass er nicht Bescheid gewusst habe und wenn er es gewusst hätte, alles anders gemacht hätte. Ritter kritisierte auch, dass die Erklärung verbreitet wurde, ohne sie dem Innenausschuss zu übermitteln.

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Caffier sei vor allem Antworten schuldig geblieben, die den zeitlichen Ablauf betreffen, sagte Ritter. So sei nicht klar, was die Behörden und zuständigen Dienste zwischen Sommer 2017, als die rechtsextreme Prepper-Gruppe „Nordkreuz“ aufflog und dem Frühjahr 2018, als Caffier die Waffe kaufte, konkret gewusst haben. Es stelle sich die Frage, wie die Behörden mit ihrem Chef umgehen und ob Informationen bewusst zurückgehalten wurden, um ihn gegen die Wand laufen zu lassen. „Das zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte.“

Caffier bestritt Wissen – musste aber zugeben, dass es schon welches gab

Caffier hatte in seiner Erklärung bestritten, beim Kauf der Pistole von einem Waffenhändler von dessen rechtsextremistischer Gesinnung gewusst zu haben. Als er die Waffe kaufte, hätten weder dem Ministerium noch dem Landeskriminalamt (LKA), dem Landesamt für Verfassungsschutz, dem Innenstaatssekretär oder ihm selbst Erkenntnisse darüber vorgelegen, beteuerte er. Erst im Mai 2019 hätten Ermittlungen des LKA Anhaltspunkte für rechtsextremistische Bestrebungen ergeben.

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