Unsere Themenseiten

:

Linken-Politikerin zahlt keinen Mindestlohn

 Die Linken-Bundestagskandidatin Kerstin Kassner zahlt Mitarbeitern in der von ihr und ihrem Mann betriebenen Pension auf der Insel Rügen nicht den von der Links-Partei geforderten Mindestlohn.
 Die Linken-Bundestagskandidatin Kerstin Kassner zahlt Mitarbeitern in der von ihr und ihrem Mann betriebenen Pension auf der Insel Rügen nicht den von der Links-Partei geforderten Mindestlohn.
Jens Büttner

Steilvorlage für die politische Konkurrenz: Die Linken-Bundestagskandidatin Kassner hält von dem von ihrer Partei verlangten Stundenlohn von zehn Euro offenbar selbst nichts.

Die Linken-Bundestagskandidatin Kerstin Kassner zahlt Mitarbeitern in der von ihr und ihrem Mann betriebenen Pension auf der Insel Rügen nicht den von der Linkspartei geforderten Mindestlohn. "Wir zahlen den ortsüblichen Tarif und Stundenlöhne von etwas mehr als acht Euro", sagte Kassner. Sie würde gern mehr zahlen, aber die Einnahmen seien zu gering. Gerade Kleinunternehmer würden oft bis zur Selbstaufgabe arbeiten müssen und spürten Auswirkungen politischer Entscheidungen, wie das EEG, Ökosteuer oder die Erhöhung der Rundfunkgebühren besonders stark, sagte sie.

In CDU-Kreisen wird die Aussage kritisch kommentiert. Frau Kassner habe erkannt, dass die eigene Forderung nach einem Mindestlohn Unternehmen schade, sagte der Chef der Jungen Union, Franz-Robert Liskow. Er sei schon erstaunt, dass Frau Kassner bei jeder Gelegenheit einen Mindestlohn von zehn Euro fordere, aber ihre Mitarbeiter anscheinend nicht dementsprechend bezahle.

Kassner tritt als Direktkandidatin im Wahlkreis 15 gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an. Merkel hat den Wahlkreis seit 1990 immer souverän für sich entschieden.