Ministerpräsidentin Manuela Schwesig legte bislang Wert darauf, dass die Corona-Regeln in MV besonders strikt sind.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig legte bislang Wert darauf, dass die Corona-Regeln in MV besonders strikt sind. Jens Büttner
Corona-Gipfel

Lockdown für Ungeimpfte – Schwesig verteidigt Corona-Beschlüsse

Bund und Länder haben sich auf härtere Corona-Regeln geeinigt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erläuterte am Nachmittag, was die Beschlüsse für MV bedeuten.
Berlin

Nach der Corona-Konferenz von Bund und Ländern lobte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag die Beratungen. Auf Dauer, so Schwesig, würden nur Impfungen helfen, um die Pandemie hinter sich zu lassen.

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Kontaktverbote und 2G

Für strengere Corona-Regeln und einen „Lockdown für Ungeimpfte” hatte sich die MV-Regierungsschefin, bereits in den vergangenen Tagen öffentlich eingesetzt. Ihre Forderung, die Vorschläge der Nationalen Akademie Leopoldina umzusetzen, kommen Bund und Länder nun weitgehend nach. Am Nachmittag erläuterte Schwesig, welche konkreten Folgen das für die Menschen im Nordosten haben wird.

„Wir können es nicht mehr vertreten, dass sich die Mehrzahl der Menschen hat impfen lassen, aber das Gesundheitssystem wieder vor großen Problemen steht, weil einige das nicht tun”, so Schwesig. Deswegen sei es nur konsequent, dass die meisten nun beschlossenen Maßnahmen vor allem Ungeimpfte treffen.

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Kritik an Bund und anderen Ländern

Die ohnehin strengen Regelungen in MV sollen demnach in den kommenden Tagen weiter verschärft werden. Die Ministerpräsidentin kündigte an, dass die Verordnungen im Verlauf der kommenden Woche angepasst werden. Dabei soll auch der Landtag einbezogen werden. Schwesig forderte gleichzeitig logistische Unterstützung vom Bund. Es komme immer noch zu wenig Impfstoff bei den niedergelassenen Ärzten an.

Schwesig übte auch vorsichtige Kritik an anderen Bundesländern, die beispielsweise in den Fußballstadien noch hohe Zuschauerzahlen zulassen. In MV gelte für die Hansa-Spiele inzwischen eine 2G-Regel bei maximal 1000 Zuschauern. Sie selbst halte mehr nicht für verantwortbar, solange die Situation auf den Intensivstationen so angespannt sei.

Schwesig sprach sich auf Nachfrage erneut für eine allgemeine Impfpflicht aus. Sie habe gehofft, dass man genügend Menschen auf freiwilliger Basis von einer Impfung überzeugen könne. Die aktuelle Situation sei aber unter anderem für die Mitarbeiter im Gesundheitssystem nicht mehr zumutbar.

Experten hoffen auf Trendwende

Die strengeren Maßnahmen sollen dabei helfen, die vierte Corona-Welle zu brechen. Einige Experten sprachen in den vergangenen Tagen bereits davon, dass sich die statistischen Werte gut entwickeln, die Infektionszahlen möglicherweise bald rückläufig sein könnten.

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