Gastronomiebetriebe haben schon seit November geschlossen.
Gastronomiebetriebe haben schon seit November geschlossen. Christoph Soeder/dpa
Vor Corona-Gipfel

Lockdown-Verlängerung ist „Sargnagel” für MV-Wirtschaft

Noch bevor der Corona-Gipfel beginnt, geht die Wirtschaft in MV auf die Barrikaden. Die Pläne der Politik, den Lockdown bis zum 14. März zu verlängern, stoßen auf heftigen Widerstand.
Schwerin

Die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern lehnt eine vierwöchige Verlängerung der ursprünglich bis zum 14. Februar geplanten harten Corona-Schutzmaßnahmen ab.

Die bisher vorliegenden Entwürfe für den Corona-Gipfel von Bund und Ländern lösten in den betroffenen Branchen, und nicht nur dort, blankes Entsetzen aus, sagte der Geschäftsführer des Unternehmerdachverbandes VU, Sven Müller. „Ein Lockdown bis zum 14. März wirkt wie der letzte Sargnagel, gerade für die kleineren Betriebe des Handwerks, des Einzelhandels sowie der Gastronomie/Hotellerie”, machte Müller unmissverständlich klar.

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MV-Wirtschaft fordert Perspektivplan

Müller äußerte die Hoffnung, dass die Regierungschefs der Länder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den Sorgen der Unternehmen Rechnung tragen und andere Beschlüsse fassen. „Ansonsten sehen wir wirklich schwarz”, sagte Müller.

Am Vortag hatte sich der Verbandschef für regionale Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen nach bundesweit einheitlichen Grundsätzen ausgesprochen. Die Schritte heraus aus dem Lockdown müssten an das jeweilige Infektionsgeschehen vor Ort angepasst werden. Ein solcher von der Wirtschaft und auch einigen Länderchefs geforderter Perspektivplan ist bislang aber nicht in Sicht.

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Friseursalons ab 1. März offen?

In einem Beschlussentwurf für die Bund-Länder-Beratungen am Nachmittag, der am Mittwochmorgen vom Kanzleramt an die Länder verschickt wurde, wird grundsätzlich eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 14. März vorgeschlagen.

Friseursalons sollen dem Entwurf zufolge unter Auflagen ab 1. März wieder öffnen dürfen. Über die schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht an Schulen und die Ausweitung des Angebots der Kindertagesbetreuung sollen die Länder im Rahmen ihrer Kultushoheit eigenständig entscheiden – so der Entwurf, über den am Mittwoch weiter diskutiert wird. Endgültige Entscheidungen darüber sind erst am Mittwochabend zu erwarten.

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