Arbeitswege

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Lohngefälle macht Pendeln weiter attraktiv

Die Hansestadt Hamburg gehört zu den wichtigsten Zielen für Berufspendler aus Mecklenburg-Vorpommern.
Die Hansestadt Hamburg gehört zu den wichtigsten Zielen für Berufspendler aus Mecklenburg-Vorpommern.
Bodo Marks

Für eine gut bezahlte Arbeit nehmen viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern lange Anfahrtswege in Kauf. Und der Trend hält weiter an.

Mit Lohnversprechen und guten Worte lassen sich Berufspendler bislang nicht für Mecklenburg-Vorpommern zurückerobern. 2016 nahmen 74.200 Arbeitnehmer zum Teil lange Fahrstrecken in Kauf, um in einem anderen Bundesland zu arbeiten. Das waren nach Angaben des Statistischen Amtes 1500 mehr als im Jahr zuvor.

Angesichts des in vielen Branchen sichtbaren Fachkräftemangels im eigenen Land sei dies genau die falsche Tendenz, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Henning Foerster. Der Landesregierung warf er vor, zu wenig für die Fachkräftesicherung zu tun.

Unterschied zwischen Ost und West unverändert hoch

Kritik übte der Oppositionspolitiker an der seiner Meinung nach mangelnden Erfolgskontrolle der Regierung für Rückholaktionen. „Es ist ein Armutszeugnis, dass sie nicht sagen kann, welche Effekte Pendleraktionstage und Messeauftritte haben. Sie weiß nicht, wie viele Fachkräfte auf diesem Weg erreicht oder zurückgewonnen werden konnten“, beklagte Foerster unter Hinweis auf die Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion.

Den Hauptgrund für die nach wie vor hohe Zahl von Pendlern sieht Foerster im unverändert großen West-Ost-Gefälle bei den Löhnen. So liegt der durchschnittliche Bruttomonatslohn im verarbeitenden Gewerbe in Mecklenburg-Vorpommern laut Statistikamt bei 2876 Euro, im benachbarten Schleswig-Holstein bei 3393 Euro und in Hamburg gar bei 4111 Euro.

78 Prozent des Bundesdurchschnitts erreichte das Lohnniveau 2016 in Mecklenburg-Vorpommern. Doch die Lohnangleichung komme seit Jahren nur im Schneckentempo voran, sagte Foerster und prangerte die geringe Tarifbindung im Nordosten an. „Einerseits klagen die Unternehmerverbände über fehlende Fachkräfte. Auf der anderen Seite öffnen sie den Firmen Schlupflöcher, indem sie ihnen auch Ohne-Tarif-Mitgliedschaften anbieten“, erklärte Foerster.

Kommentare (5)

27 Jahre nach der deutschen Einheit sind die Mecklenburger und insbesondere die Vorpommern die am schlechtesten bezahlen Menschen in Deutschland. Von einem Niedriglohn ist die Rede, wenn Arbeitnehmern eine Vergütung gezahlt wird, die unter dem Branchen-Tariflohn liegt. Somit ist Mecklenburg-Vorpommern ein Niedriglohnland, denn hier verdienen nur wenige den üblichen Tariflohn. Dass sich viele im Osten als Menschen zweiter Klasse sehen, ist aus meiner Sicht kein Wunder. Protestwahlen und ein zunehmende Hass auf Politiker und sind die Folgen.

... im Durchschnitt? Erscheint mir persönlich für unsere vorpommersche Ecke hier zu hoch gegriffen. Wer weiß, was da alles so für Zahlen drin stecken?

Die Zahl gilt für MV, in Vorpommern dürfte sie erfahrungsgemäß etwas darunter liegen. Zu den Kriterien: "Die Vierteljährliche Verdiensterhebung umfasst das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich. Grundsätzlich werden Betriebe einbezogen, die zum Zeitpunkt der Stichprobenziehung zehn und mehr Arbeitnehmer beschäftigten. Die Einheiten der Wirtschaftsabschnitte "Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung" und "Erziehung und Unterricht" werden nicht befragt. Die Merkmale dieser Einheiten werden aus der Personalstandstatistik und Tarifangaben geschätzt. Aus der Grundgesamtheit werden 40.500 Erhebungseinheiten (bundesweit) in Form einer repräsentativen Stichprobe zufällig ausgewählt und im Rahmen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung befragt." Quelle: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Qualitaetsberichte/VerdiensteArbeitskosten/VierteljaehrlicheVerdiensterhebung.pdf?__blob=publicationFile Viele Grüße S. Langer, NK-Redaktion

wandern ab. Nach Berlin Hamburg oder gleich ins Ausland. Die, die huer wg.Familie, Haeuschen oder Alter festsitzen, werden mit Hungerloehnen abgespeist unter Tarif, wie hier v.kurzem bericht Irgendwann muessen sich dann die Patienten selbst verarzten u.versorgen wie in der 3. Welt. Viel davon ist im laendlichen Raum ja schin zu spueren.

Genauso ist es, das zu ändern hat auch die AFD auf ihren Wahlplakaten kundgetan. Und was machen die anderen Parteien? Die sitzen jetzt wahrscheinlich Wochenlang zusammen und schmieden ein Komplott, wie man die AFD kalt stellen kann. Denn das betrachten sie mittlerweile als ihr Hauptziel , anstatt sich um die innerdeutschen Probleme zu kümmern, gemeinsam mit der AFD.