Lorenz Caffier (CDU) hat tatsächlich bei Frank T. eine Waffe gekauft.
Lorenz Caffier (CDU) hat tatsächlich bei Frank T. eine Waffe gekauft. Jens Büttner
Nordkreuz

Lorenz Caffier erklärt sich zu Waffen-Vorwürfen

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister hat tatsächlich bei Frank T. eine Waffe gekauft. Er hält das aber nicht für problematisch – bedauert jedoch, es für seine Privatsache gehalten zu haben.
Schwerin

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat den Erwerb einer Waffe bei Frank T. eingeräumt. T. steht im Verdacht, eine zentrale Figur des rechtsextremen Nordkreuz-Netzwerks gewesen zu sein. Caffier hatte am Donnerstag in einer Pressekonferenz einer Journalistin der „Taz” eine Antwort auf diese Frage verweigert.

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Waffe erst vor knapp zwei Jahren gekauft

Gegenüber dem „Spiegel” sagte er nun auf zunehmenden medialen Druck hin in einem Interview, auf die Frage, ob er bei T. eine Waffe gekauft habe: „Ja, habe ich. Eine Kurzwaffe. Anfang 2018, auf Basis der gesetzlichen Grundlagen und zu einem Zeitpunkt, als der Mann noch nicht unter Verdacht stand und im In- und Ausland als zuverlässiger Ausbildungspartner der Polizei galt.”

Als Jäger dürfe er selbst eine solche Waffe auch besitzen, so Caffier weiter. Von den Vorwürfen gegen Frank T. habe er erst deutlich später erfahren, sagte Caffier dem „Spiegel” weiter. Nach Nordkurier-Informationen handelt es sich um eine Glock.

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Keine Kontakte zu Rechtsextremisten vermutet

Außerdem sagte Caffier: „Seit 2009 haben auf seinem Trainingsgelände bei Güstrow Spezialeinheiten unter anderem aus Thüringen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen trainiert. Auch die Österreichische Bundespolizei und Polizisten aus der Schweiz haben dort geübt. Keiner hat bei Frank T. mögliche Kontakte zu Rechtsextremisten vermutet.”

Zur Frage, warum er nicht einfach zu einem normalen Waffenhändler gegangen sei, sagte Caffier in dem Interview: „Bin ich doch. Frank T. war ein offiziell zugelassener Waffenhändler, ist es übrigens noch immer. Und da ich dort auch dienstlich war, weil auch unsere Spezialeinheiten bei ihm trainiert haben und ich die Waffe dort einschießen konnte, war dies eine nahe liegende Entscheidung.”

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Selbstkritik für Antwort-Verweigerung an Taz-Journalistin

Allerdings äußerte sich Caffier selbstkritisch über sein eigenes Kommunikationsverhalten in dieser Sache. Es sei „ein Fehler” gewesen, die Anfragen der „Taz” über Monate zu ignorieren, so der MV-Innenminister, dem immer wieder zu zögerliches Verhalten bei der Aufklärung rechtsextremer Umtriebe vorgeworfen wird. Allerdings sagte er auch, nun müsse er zur Kenntnis nehmen, „dass mir offenbar eine Nähe zu Nordkreuz oder dem Nordkreuz-Umfeld angedichtet werden soll. Das ist kompletter Unsinn und ehrverletzend.”

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