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UKW-Blackout

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Machtkampf um das Radio wurde beigelegt

Die UKW-Sender und ihre Hörer müssen keine Abschaltungen mehr befürchten.
Die UKW-Sender und ihre Hörer müssen keine Abschaltungen mehr befürchten.
Alexander Heinl

Nachdem Antennen an Investoren verkauft wurden, drohte vielen Radiosendern das UKW-Aus, auch in Mecklenburg-Vorpommern. Jetzt gibt es eine Einigung.

Das Schreckensszenario einer UKW-Abschaltung in Deutschland ist vom Tisch. In dem erbittert geführten Streit um Nutzungsgebühren für die UKW-Antennen von Hörfunksendern haben sich jetzt fünf Antenneneigentümer mit den Sendernetzbetreibern auf Eckpunkte für eine vertragliche Regelung geeinigt. Das teilte die Bundesnetzagentur am Dienstag mit.

„Alle UKW-Marktakteure haben sich bewegt und sind aufeinander zugegangen“, erklärte der ehemalige Kanzleramtsminister Friedrich Bohl, der die Verhandlungen moderiert hatte. Die vereinbarten Eckpunkte böten eine gute Grundlage dafür, dass es im nächsten Schritt zu Verträgen komme. „Dann müssen die Hörerinnen und Hörer keine Abschaltungen mehr befürchten.“

Antennen-Nutzung sollte teurer werden

Hintergrund des Streits ist, dass sich der Dienstleister Media Broadcast aus dem Geschäft mit den UKW-Antennen und Sendeanlagen zurückgezogen hat, weil er die finanziellen Rahmenbedingungen der Regulierungsbehörden nicht mehr attraktiv genug fand. Als UKW-Sendedienstleister agieren nun vor allem die Firmen Uplink aus Düsseldorf und Divicon aus Leipzig. Die an den Sendemasten montierten Antennen wurden von der Media Broadcast hauptsächlich an Finanzinvestoren verkauft. Diese verlangten zum Teil deutlich mehr Geld für die Nutzung der Antennen.

Von einem möglichen UKW-Blackout waren etliche Hörfunksender bedroht. Neben privaten Radiostationen wurden dem NDR in Mecklenburg-Vorpommern und Deutschlandradio die UKW-Abschaltung angedroht. In Brandenburg war teilweise der rbb betroffen. Sie betreiben keine eigene Sende-Infrastruktur.