ALLE GEBIETE AUSGEZäHLT

Madsen gewinnt Bürgermeister-Wahl in Rostock

Am Sonntag traten in Rostock der Däne Claus Ruhe Madsen und Sozialsenator Steffen Bockhahn bei der Bürgermeisterwahl gegeneinander an. Das Ergebnis fiel eindeutig aus.
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Der parteilose Däne Claus Ruhe Madsen (Mitte) verfolgte nach der Oberbürgermeister-Stichwahl die Stimmauszählung.
Der parteilose Däne Claus Ruhe Madsen (Mitte) verfolgte nach der Oberbürgermeister-Stichwahl die Stimmauszählung. Bernd Wüstneck/dpa
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Rostock.

In der Hansestadt Rostock waren am Sonntag rund 173.000 Rostocker aufgerufen, den Oberbürgermeister für die kommenden sieben Jahre zu wählen. Sie hatten die Wahl zwischen dem parteilosen Dänen Claus Ruhe Madsen und dem Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke).

Vorläufiges Endergebnis

Um 18 Uhr schlossen die Wahllokale. Schon bei der Auszählung der ersten Gebiete zeichnete sich ein Sieg des 46-jährigen Madsen ab. Als dann alle 162 Gebiete ausgezählt waren, stand Madsen laut des vorläufigen Endergebnisses von 57,1 Prozent als neuer Bürgermeister von Rostock fest. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 44,1 %.

Madsen ist damit nach Erkenntnissen des Deutschen Städtetages erster Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt ohne deutschen Pass. Er konnte seinen Vorsprung aus dem ersten Wahlgang vor drei Wochen halten. Der von CDU und FDP unterstützte Madsen hatte damals gegen acht Mitbewerber einen Stimmenanteil von 34,6 Prozent erreicht, Bockhahn kam auf 18,9 Prozent.

"Rostock gemeinsam bewegen

In einer ersten Reaktion sagte Madsen, dass es nun gelte, die Rostocker miteinander zu vereinen. «Wir müssen Rostock gemeinsam bewegen», sagte er. Madsen führte sechs Jahre lang als Präsident die Industrie- und Handelskammer zu Rostock und war bislang Chef einer regionalen Möbelhauskette mit fünf Standorten und rund 100 Mitarbeitern.

Madsen tritt die Nachfolge von Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) an. Dieser führte 14 Jahre lang die Hansestadt mit rund 210 000 Einwohnern und konnte aus Altersgründen nicht wieder antreten. Madsen trifft auf deutlich bessere Voraussetzungen als sein Amtsvorgänger im Jahr 2005.

Dieser hatte die Stadt mit mehr als 200 Millionen Euro Schulden übernommen und in den vergangenen Jahren mit einem harten Sparkurs den Schuldenstand auf Null reduziert. Madsen hatte im Wahlkampf kritisiert, dass nach Methlings Amtszeit große Teile der Verkehrsinfrastruktur mit Straßen sowie Rad- und Fußwegen in teils bedenklichem Zustand seien. Er hatte angekündigt, dies neben der Digitalisierung zu einer Priorität zu machen.

Dieser Artikel wurde am Sonntag, 16. Juni, mehrfach aktualisiert.

 

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