Ost-West-Lücke

Männer in MV bekommen bundesweit geringste Rente

Bei der Rente hinkt der Osten trotz höherer Anpassungen in den vergangenen Jahren dem Westen weiter hinterher. Das bekommen vor allem Männer in Mecklenburg-Vorpommern zu spüren.
dpa
In keinem Bundesland erhalten Männer so wenig Rente wie in Mecklenburg-Vorpommern (Symbolbild).
In keinem Bundesland erhalten Männer so wenig Rente wie in Mecklenburg-Vorpommern (Symbolbild). Patrick Pleul
Schwerin

30 Jahre nach der Deutschen Einheit klafft nicht nur bei den Löhnen noch immer eine Lücke zwischen Ost und West, sondern auch bei den Renten. So liegt nach jüngsten Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung die Durchschnittsrente nach 35 Versicherungsjahren in Mecklenburg-Vorpommern bei monatlich 1306 Euro.

Das sind 107 Euro weniger als der deutsche Durchschnittswert und 239 Euro weniger als der Spitzenwert, den Rentner im Saarland mit monatlich 1545 Euro erzielen. Nur in Thüringen und Sachsen-Anhalt werden noch niedrigere Renten gezahlt als in Mecklenburg-Vorpommern.

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Rentenunterschied zwischen Mann und Frau gering

Wie aus den Daten der Rentenversicherung weiter hervorgeht, ist in keinem anderen Bundesland der Rentenunterschied zwischen Mann und Frau so gering wie in Mecklenburg-Vorpommern. Männer im Nordosten beziehen im Vergleich zu ihren Geschlechtsgenossen mit 1405 Euro im Monat die geringste Durchschnittsrente bundesweit. An der Spitze liegt Nordrhein-Westfalen mit 1689 Euro.

Frauen im Nordosten hingegen liegen mit 1197 Euro nach Berlin, Hamburg und Brandenburg auf Rang vier und auch über dem deutschen Durchschnitt von 1173 Euro. Dabei macht sich der schon zu DDR-Zeiten hohe Beschäftigungsgrad der Frauen im Osten bemerkbar. So macht der Unterschied zwischen Männern und Frauen bei den Rentenbezügen in Mecklenburg-Vorpommern 208 Euro im Monat aus, im benachbarten Schleswig-Holstein jedoch 416 Euro.

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Rente im Osten meist einzige Geld-Quelle

Die Zahl der Altersrentner in Mecklenburg-Vorpommern gibt die Deutsche Rentenversicherung mit rund 410.100 an. Dem stehen aktuell knapp 574.000 Menschen in sozialversicherungspflichtigen Anstellungen gegenüber. Das Renteneintrittsalter hat sich bundesweit seit 1998 erhöht, bei Frauen von 62,2 auf 64,5 Jahre, bei Männern von 62,1 auf 64,0 Jahre.

Die reguläre Rente besitzt für ostdeutsche Arbeitnehmer eine besondere Bedeutung, weil sie meist die einzige Quelle für die Finanzierung des Lebensunterhalts ist. Im Westen kommen häufig Betriebsrenten und Einnahmen aus Kapitalerträgen und Immobilien hinzu.

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