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Management-Vorschläge für invasive Arten vorgelegt

Ob Nutria, Waschbär oder Kamberkrebs: In Mecklenburg-Vorpommern fühlen sich bereits einige invasive Arten heimisch. Deren Ausbreitung soll nach Möglichkeit gezielt eingedämmt werden.

Nutria, auch Biberratten oder Wasserratten genannt, stammen ursprünglich aus Südamerika, haben sich in den vergangenen Jahren aber bundesweit erheblich ausgebreitet.
Christoph Schmidt Nutria, auch Biberratten oder Wasserratten genannt, stammen ursprünglich aus Südamerika, haben sich in den vergangenen Jahren aber bundesweit erheblich ausgebreitet.

Sie vernichten rigoros Uferpflanzen, verjagen heimische Tierarten oder verändern gar den Sauerstoffgehalt von Gewässern: Invasive und gebietsfremde Arten beeinträchtigen Ökosysteme und werden immer mehr zu Last für den Nordosten und ganz Europa. Der Umgang mit diesen tierischen und pflanzlichen Eindringlingen soll daher europaweit abgestimmt werden.

Ein erster Schritt in diese Richtung sind bundesweit abgestimmte Unterlagen für das Management gebietsfremder invasiver Arten. Diese liegen bis zum 18. Oktober im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie (LUNG) sowie in den Staatlichen Ämtern für Landwirtschaft und Umwelt in Schwerin, Neubrandenburg, Rostock und Stralsund zu den Geschäftszeiten aus.

Verbindlicher Rechtsrahmen zum Umgang mit invasiven Arten

Wie das Umweltministerium am Dienstag mitteilte, handelt es sich dabei um Vorschläge, zu denen Interessierte bis zum 20. November 2017 schriftlich Stellung nehmen können. Hinweise können entweder an das LUNG (Stichwort „Anhörung Managementpläne invasive Arten”) gerichtet oder direkt online übermittelt werden. Die Unterlagen sind unter www.anhoerungsportal.de verfügbar.

Die ausgelegten Unterlagen beziehen sich laut Ministerium auf die Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten. Sie schaffe einen für alle Mitgliedsstaaten verbindlichen Rechtsrahmen zum Umgang mit invasiven gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten.

Weltweiter Handel, Verkehr, Tourismus und Klimawandel als Faktoren

In der EU und anderen europäischen Ländern kommen nach Schätzungen von 2014 rund 12.000 gebietsfremde Arten vor, von denen bis zu 15 Prozent als invasiv angesehen werden. Als invasiv werden die Arten bezeichnet, die einheimische Arten verdrängen und so die biologische Vielfalt gefährden.

Durch den zunehmenden weltweiten Handel, Verkehr und Tourismus sowie durch den Klimawandel wird das von solchen Arten ausgehende Risiko nach Einschätzung der EU noch erhöht.

Mecklenburg-Vorpommern beheimatet 6 invasive Einwanderer

In einer ersten Auflistung wurden europaweit 37 invasive gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten identifiziert, von denen 16 in Deutschland bereits so weit verbreitet sind, dass eine sofortige Entnahme der Gesamtpopulation nicht mehr möglich erscheint. Von diesen Arten kommen in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben des Umweltministeriums mit Nutria, Waschbär, Kamberkrebs, Signalkrebs, Chinesischer Wollhandkrabbe und Blaubandbärbling 6 Arten vor.

Bereits jetzt dürfen auf Grundlage der besagten EU-Verordnung einige invasive gebietsfremde Arten nicht in die Union eingeführt werden. Zu diesen gehören Pallashörnchen, Grauhörnchen, Fuchshörnchen, Schwarzkopfruderenten, nordamerikanische Ochsenfrösche, Zierschildkröten und Rotwangen-Schmuckschildkröten.