Ausländer-Hass
Mann aus Wismar nach Angriff auf Syrer verurteilt

Der Verurteilte soll im August 2018 einen damals 20 Jahre alten Syrer in einem Wismarer Park angegriffen, zu Boden gerissen und geschlagen haben.
Der Verurteilte soll im August 2018 einen damals 20 Jahre alten Syrer in einem Wismarer Park angegriffen, zu Boden gerissen und geschlagen haben.
Bernd Wüstneck

Ein Angeklagter muss nach einem Angriff auf einen Syrer in Wismar ins Gefängnis. Er soll Teil einer Gruppe gewesen sein, die aus Ausländer-Hass auf das Opfer eingeschlagen haben.

Im Prozess um einen Angriff auf einen Syrer in Wismar ist der Angeklagte am Dienstag zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Täter im August 2018 auf einen heute 21 Jahre alten Syrer aus „Ausländerhass” mit „äußerster Brutalität” eingeschlagen hatten, wie der Richter bei der Urteilsverkündung im Amtsgericht sagte.

Ob der Verurteilte der Haupt- oder nur Mittäter war, konnte nicht aufgeklärt werden. Überzeugt war das Gericht jedoch, dass er nicht allein handelte. Der Syrer, der als Nebenkläger im Prozess auftrat, hatte erhebliche Verletzungen im Gesicht und am Oberkörper erlitten. In die Strafhöhe flossen noch ein anderes Urteil und ein Strafbefehl aus anderen Verfahren ein.

Verurteilter saß bereits im Gefängnis

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten gefordert. Der Verurteilte ist den Angaben zufolge bereits mehrfach wegen Gewaltdelikten vorbestraft und hatte bereits im Gefängnis gesessen. Die Anwältin des Nebenklägers hielt dem Mann daher vor, er habe seinen Frust über sein „verpfuschtes Leben” an dem Geschädigten ausgelassen.

Der Verteidiger plädierte auf Freispruch und warf der Polizei voreingenommene und unprofessionelle Ermittlungsarbeit vor. Den geschädigten Nebenkläger bezichtigte der Anwalt der Lüge. Der Verurteilte wiederholte seine frühere Aussage, dass er selbst angegriffen worden sei und sich nur gewehrt habe.

Tat ereignete sich direkt nach Chemnitz-Ausstreitungen

Auch das Gericht war überzeugt, dass der Nebenkläger nicht in allen Punkten die Wahrheit gesagt hatte. Durch übereinstimmende Aussagen von Zeugen sei es sich jedoch sicher, dass der Verurteilte auf den Nebenkläger eingeschlagen hatte.

Die Tat hatte auch Aufmerksamkeit erregt, weil sie sich zwei Tage nach den rechten Ausschreitungen von Chemnitz ereignete. Die Polizei setzte eine Sonderkommission ein, Innenminister Lorenz Caffier (CDU) verurteilte die Tat.