BUNDESWEHR

Marine-Kampfschiffe MKS 180 werden wohl auch in Wolgast gebaut

Ein milliardenschwerer Aufrag für ein neues Bundeswehr-Kriegsschiff geht zum Teil an die Bremer Lürssen-Gruppe. Damit dürfte auch die Werft in Wolgast gesichert sein.
Die Peene-Werft in Wolgast kann auf neue Arbeit hoffen.
Die Peene-Werft in Wolgast kann auf neue Arbeit hoffen. Stefan Sauer (Archiv)
Berlin.

Das neue Marine-Kampfschiff „MKS 180“ soll von einem Konsortium der Werften Blohm und Voss (Teil der Lürssen Gruppe) und der niederländischen Damen Shipyards Group gebaut werden. Das teilte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Peter Tauber (CDU), am Montag den Obleuten des Verteidigungsausschusses des Bundestags mit.

Gesamtvolumen von 5,27 Milliarden Euro

Damit geht ein jahrelanger Poker um den mit 5,27 Milliarden Euro dotierten Auftrag über die vier Multifunktionskriegsschiffe zu Ende. In dem Schreiben heißt es: „Unserem Ziel, die zukünftige Einsatzfähigkeit der Deutschen Marine zu sichern, sind wir damit ein großes Stück näher gekommen.“

Die Entscheidung der Vergabestelle sei noch vorbehaltlich einer möglichen Rüge beziehungsweise einer gerichtlichen Nachprüfung vor der Vergabekammer. Auch der Bundestag muss sich noch mit dem Auftrag befassen. Es ist der größte Marineauftrag dieser Art in der Geschichte der Bundeswehr.

Auch neue Arbeit für Wolgaster Peene-Werft

Die Entscheidung für das Konsortium, zu dem mit Blohn und Voss auf die Lürssen-Gruppe gehört, dürfte auch neue Arbeit für die Peene-Werft in Wolgast gehören. Die Werft ist seit Ende 2018 von einem Export-Stopp für Patrouillenboote, die ursprünglich an die saudi-arabische Küstenwache geliefert werden sollten, wirtschaftlich schwer gebeutelt.

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hatte sich im vergangenen Jahr immer wieder für den Werften-Standort eingesetzt. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) hatten die Werft wiederholt besucht, auch diverse Bundestagsabgeordnete hatten sich für den Standort stark gemacht.

Politiker aus MV kämpften für den Erhalt der Werft

Während es in der CDU Bestrebungen gab, den vor allem auf Druck der SPD zustande gekommenen Export-Stopp für die Patrouillenboote nach Saudi-Arabien zu lockern, mussten die SPD-Politiker Schwesig und Dahlemann bei ihrer Partei dafür werben, die Werft gegebenenfalls mit einem neuen Auftrag zu versorgen.

Hinter den Kulissen soll die Lürssen-Gruppe frühzeitig klar gemacht haben, dass bei einem Auftrag für das Projekt „MKS 180” auch fest mit neuer Arbeit am Werft-Standort Wolgast gerechnet werden könne. Die Werft hatte in den vergangenen Jahren auch schon an anderen Schiffen der Bundeswehr-Marine mitgearbeitet. Sie gilt als hochspezialisiert im Marineschiffbau. Bereits im April war mit dem Baubeginn einer Marine-Korvette für die Bundeswehr ein erster Schritt zur Sicherung der Werft gelungen. Auch ein Weiterbau der Patrouillenboote ist im Gespräch.

Europaweite Ausschreibung war ein Novum

Die Ausschreibung über Deutschland hinaus war ein Novum. „Mit der Entscheidung für eine europaweite Ausschreibung wird die Bedeutung des Wettbewerbs in der Beschaffung der Bundeswehr unterstrichen“, schrieb das Verteidigungsministerium dazu im Juni in einem Bericht.

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Kommentare (3)

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