CHIRURGISCHE PRAXIS

Massen-Quarantäne nach Corona-Fall in Schweriner Ärztehaus

In einem Schweriner Ärztehaus könnten sich viele mit dem Coronavirus infiziert haben. Die Stadt hat 237 Patienten vorsorglich in Quarantäne geschickt.
dpa
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Weil eine Mitarbeiterin der Praxis infiziert war und die Schutzvorschriften möglicherweise zu lax eingehalten wurden, müssen jetzt sehr viele Menschen in Quarantäne Hendrik Schmidt (Symbolfoto)
Schwerin ·

Das Corona-Infektionsgeschehen um eine Schweriner Arztpraxis beschäftigt nun auch die Polizei. Die Stadt sei in Kontakt mit der Kriminalpolizei, sagte Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) am Samstagabend im „Nordmagazin“ des NDR. „Deswegen wird wahrscheinlich auch die Staatsanwaltschaft tätig werden.“ Bereits in den vergangenen Monaten habe die Stadt Hinweise auf diese Praxis erhalten und Kontakt mit dessen Betreiber aufgenommen. „Man kann es Gefährderansprache nennen.“ Das Ordnungsamt habe kontrolliert, um auf die Einhaltung der Hygiene-Regeln hinzuweisen.

Beschäftigte der Praxis war mit Coronavirus infiziert

Die Stadt Schwerin veröffentlichte am Samstag auf ihrer Webseite eine Allgemeinverfügung, nach der für alle Menschen, die sich im Zeitraum vom 21. bis zum 28. April 2021 länger als zehn Minuten in der chirurgischen Praxis im Ärztehaus Weststadt aufgehalten haben, eine 14-tägige Quarantäne angeordnet wird.

Das Ärztehaus im Schweriner Stadtteil Weststadt besuchten nach Angaben der Stadt vom Sonntag 237 Patienten. Hinzu kommen mögliche Begleiter. Von den 237 bekannten Patienten kommen 175 aus Schwerin, der Rest aus den Nachbarkreisen. Die Betroffenen sollen sich zudem im Testzentrum der Helioskliniken testen lassen. Das taten nach Angaben der Stadt vom Sonntag etwa 150 Betroffene.

Die Schutzmaßnahme sei notwendig, da die Betroffenen als direkte Kontaktpersonen einer an dem Coronavirus erkrankten Beschäftigten der Arztpraxis gelten. Die Quarantäne gilt demnach bis zum 12. Mai 2021 um 24.00 Uhr.

Schon am Freitag hatte das Gesundheitsamt Schwerin die Betroffenen online dazu aufgerufen, sich vorsorglich in Quarantäne zu begeben. Zudem sollten sie am Montag von sich aus telefonisch oder per E-Mail Kontakt zum Gesundheitsamt aufnehmen.

 

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Kommentare (2)

"Kopf-in-den-Ostsee-Sand-stecken" und das am Sitz der Landesregierung. Die Kleingärtner, Camper und Zweitwohner sind ja draußen, weil sie so gefährlich sind! Dabei können sie also Anstecken und Verbreiten auch alleine oder zu mehreren.

dieser immer wieder betonten Häufigkeit, kann niemand nachweisen, dass sich die Menschen nicht auch woanders infiziert haben. Auch wenn die Kriminalpolizei hier Recht wirkungsvoll erwähnt wird, bleibt es medizinisch gesehen Unsinn!
Politisch betrachtet erschließt sich eher ein Motiv: hat sich da etwa jemand nicht an die "Regeln" gehalten? Dann braucht es keinen Nachweis mehr. Dann ist die Richtung klar.
Hätten wir alles schon im Ländle......