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Mauschelei bei der Wahl des neuen MV-Polizeichefs?

Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern benötigt einen neuen Inspektor. Dass jetzt bereits ein vermeintlicher Favorit feststeht, erzürnt die Polizisten im Land.
Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern benötigt einen neuen Inspektor. Dass jetzt bereits ein vermeintlicher Favorit feststeht, erzürnt die Polizisten im Land.
Jens Büttner

Ärger um die Neubesetzung des höchsten Polizeipostens im Nordosten: Eine fragwürdige Ausschreibung lässt vermuten, dass die Stelle des Spitzenbeamten gezielt im Hauruckverfahren vergeben werden soll.

Das Innenministerium sucht zum 1. Mai einen neuen Inspekteur der Landespolizei. Doch die obskure Stellenausschreibung lässt aufhorchen: Anders als oft üblich hatten die Kandidaten lediglich elf Tage Zeit, um sich zu bewerben. Am Montag endete die Frist. Der Spitzenposten wurde auch nicht bundes-, sondern nur landesweit ausgeschrieben. Das Papier aus dem öffentlich nicht zugänglichen Landes-Polizei-Informationssystems (Lapis) liegt dem Nordkurier vor.

Favorit steht wohl schon fest

Unter den Polizisten im Land rumort es nun. Insider vermuten hinter der Ausschreibung eine gezielte Taktik von Innenminister Lorenz Caffier (CDU), dem Abteilungsleiter Polizei, Frank Niehörster und dem derzeitigen Inspekteur, Rudolf Springstein: Der innere Zirkel wolle mit der Ausschreibung einen ihrer Favoriten ins Amt bringen, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Dabei handele es sich um den derzeitigen Chef des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, Wilfried Kapischke.

Kapischke stammt aus der Region Strasburg und gilt bei seinen Kollegen als „harter Hund“. Der Mann dürfte gute Chancen haben. Denn als i-Tüpfelchen heißt es in der Ausschreibung auch: „Da sich die Ausschreibung nur an Beamte der Fachrichtung des Polizeidienstes aus dem Geschäftsbereich des Ministeriums richtet, ist das Beifügen von Bewerbungsunterlagen nicht erforderlich.“