Historische Luftbilder

Mecklenburg-Vorpommern 1953 und heute

Jahrelang lagerten alte Luftbilder der Roten Armee von 1953 in einem Archiv. Die mehr als 3000 Fotos wurden digitalisiert und erlauben eine Reise in die damals noch junge DDR.
Simon Voigt Simon Voigt
Luftbilder von Neubrandenburg aus den Jahren 1953 und 2017.
Luftbilder von Neubrandenburg aus den Jahren 1953 und 2017. © GeoBasis-DE/M-V 2019
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Neubrandenburg.

Auf Luftbilder von 1953 zeigen, wie Mecklenburg-Vorpommern kurz nach dem Zweiten Weltkrieg aussah. Dafür haben Mitarbeiter des Amts für Geoinformation, Vermessungs- und Katasterwesen (AfGVK) mehr als 3000 Bilder digitalisiert, die seinerzeit von den sowjetischen Streitkräften angefertigt wurden. Die Fotos lagerten jahrelang in einem Archiv. Mecklenburg-Vorpommern hat die Bilder im August 2018 erstmals komplett zur freien Erkundung veröffentlicht. Zusammen ergeben sie einen einmaligen Blick auf den Nordosten der noch jungen DDR.

Im Vergleich mit neueren Luftbildern kann man zudem sehen, wie viel sich seit dem verändert hat: Städte sind gewachsen, die Landwirtschaft hat sich grundlegend gewandelt, Autobahnen und Straßen wurden gebaut, es gibt neue Industrieanlagen. Wir zeigen an dieser Stelle ausgewählte Orte in einer Vorher/Nachher-Ansicht.

Mehr dazu lesen Sie auch in der Freitags-Ausgabe des Nordkurier.

Waren

In Waren ist nach 1953 die Bahn aus der Innenstadt verschwunden, die Gleisen führen nun an der Stadt vorbei. Dafür gibt es am Hafen nun zahlreiche Anlegeplätze für Boote, der Tourismus ist heute eindeutig wichtiger als damals.

Malchin

Große Teile des Zentrums von Malchin sind am Ende des Zweiten Weltkriegs abgebrannt. Die Spuren des großen Feuers sind auch 1953 noch zu sehen. Selbst heute gibt es noch Lücken, doch die Stadt ist gewachsen. Auffällig ist etwa das neue Wohngebiet "Am Zachow" im Südwesten. Zusätzlich zu den Wohnblöcken ist auch ein trend zum Kleingarten erkennbar.

Stralsund

Neben den Bahngleisen führt heute auch die Rügenbrücke von Stralsund zur Insel Rügen. Die Stadt ist an allen Ecken gewachsen, auch der Hafen hat sich deutlich verändert.

Zinnowitz

Auch Zinnowitz auf der Insel Usedom ist im Vergleich zu 1953 deutlich gewachsen, was wohl auch an den vielen Ferienwohnungen und Hotels liegt. Die Seebrücke wurde erweitert, die komplette Strandpromenade wurde umgebaut.

Anklam

In Anklam war die großflächige Zerstörungen nach dem Flächenbrand am Ende des Zweiten Weltkriegs auch 1953 noch sichtbar. Heute ist die Innenstadt wieder aufgebaut, es gibt neue Gewerbeflächen und eine Umgehungsstraße. Im Westen der Stadt ist zu sehen, wie eine trockengelegte Fläche wieder von der Peene überflutet wurde.

Rostock-Warnemünde

In Rostock-Warnemünde wurde seit 1953 die Fahrrinne erheblich verbreitert, wie die Luftbilder zeigen. Der Ostseestrand wurde vergrößert, außerdem sind das berühme "Hotel Neptun" und andere Bauten an der Promenade zu sehen. Allgemein wurde erheblich gebaut.

Neubrandenburg

Die Stadt hat sich grundlegend gewandelt und ist in alle Richtungen gewachsen. Die Innenstadt wurde nach der Zerstörung des Zweiten Weltkriegs wieder aufgebaut. Rundherum gibt es neue Industriegebiete, Wohnviertel und Parkplätze, deren Flächen früher noch anders genutzt wurden.

Noch mehr Luftbilder im Geoportal MV

Alle Luftbilder stellt das Amt für Geoinformation, Vermessungs- und Katasterwesen auf dieser Seite zur Verfügung. Besucher können dort die Fotos von 1953 betrachten und schrittweise in die Zukunft schalten.

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Kommentare (2)

Neubrandenburg und Malchin sind wie viele ostdeutsche Städte gezielt abgebrannt und zerstört worden. Von der Roten Armee. Die Spur beginnt in Ostpreußen über Pommern, die Neumark bis nach Mecklenburg. Warum wird das immer so umschrieben? Ist das die mentale Vorbereitung auf die Wiedereinführung des "Tages der Befreiung"?

die Befreier auf der anderen Seite waren auch nicht besser - der Krieg war eine Auseinandersetzung getragen von multiblen politischen rassistischen wirtschaftlichen und militärischen Interessenvertretungen