CORONA-MAßNAHMEN

Mecklenburg-Vorpommern geht bei Schulen und Kitas eigenen Weg

Auch wenn MV einen neuen Tageshöchstwert bei den Corona-Infektionen erreicht hat, will sich das Land nicht komplett am bundesweit verschärften Lockdown beteiligen.
Nach den Weihnachtsferien geht es nicht für alle Schüler in den Präsenzunterricht zurück.
Nach den Weihnachtsferien geht es nicht für alle Schüler in den Präsenzunterricht zurück. Jan Woitas
Schwerin ·

Es war ein Schock für alle Eltern und Kinder: Am frühen Dienstagabend verkündete Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass Schulen und Kindergärten bundesweit bis mindestens zum 31. Januar geschlossen bleiben sollen. Doch keine 60 Minuten später gab Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vorsichtige Entwarnung.

„Da wir mit einem Inzidenzwert von 96 im Vergleich zu den meisten Bundesländern immer noch verhältnismäßig niedrig liegen, halten wir Grundschulen und Kitas für all jene Eltern offen, die aufgrund ihrer beruflichen Situation auf eine Notbetreuung angewiesen sind“, sagte die Regierungschefin am Dienstagabend in Schwerin. Allerdings appelliere man dringend, diese Betreuung auch wirklich nur im Notfall in Anspruch zu nehmen.

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Die Klassen ab dem 7. Jahrgang sollen weiterhin im Distanzunterricht bleiben – wie schon seit Mitte Dezember –, die Abschlussklassen dürfen aber bereits in der kommenden Woche zurück an die Schulen. Damit solle laut Schwesig ein guter Schulabschluss gewährleistet sein. In Stadt und Landkreis Rostock, wo sich der Inzidenzwert aktuell unter 50 bewegt, werde geprüft, ob die Grundschüler ab dem 18. Januar ebenfalls wieder komplett zur Schule gehen dürften.

Schwesig: Schulen kein Treiber der Pandemie

In dem Zusammenhang betonte Schwesig mit Nachdruck, dass die Schulen und Kitas in MV kein Treiber der Pandemie seien. Dies hätten der Landesregierung führende Mediziner stets bestätigt. „Wir können diesen MV-Weg, den wir bei Schulen und Kitas beschreiten, verantworten“, machte die Ministerpräsidentin deutlich. Von Schulen und Kitas gehe keine große Gefahr aus.

Die Ministerpräsidentin betonte, dass sich die Pandemie aber nicht nur mit einschränkenden Maßnahmen bekämpfen lasse. „Der Impfstoff ist ein Licht am Ende des Tunnels“, sagte die SPD-Politikerin – sparte allerdings auch nicht mit Kritik an der Bundesregierung und dem zuständigen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

So habe sie sich eine zügigere Beschaffung des Impfstoffs durch den Bund und dadurch ein beschleunigtes Impfen gewünscht, stellte Schwesig klar. Es sei unbefriedigend, dass man in Mecklenburg-Vorpommern aktuell doppelt so viel impfen könnte, wenn genügend Impfstoff vorhanden wäre. Schwesig nahm Spahn und Merkel in die Pflicht, eine höhere Impfstoffproduktion sicherzustellen.

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Einladungsbriefe an über 80-Jährige

Gleichzeitig kündigte die Ministerpräsidentin an, dass ab dem 12. Januar die über 80-Jährigen in MV geimpft werden sollen. Entsprechende Einladungsbriefe würden jetzt an die Betroffenen herausgeschickt.

Aufgrund der angespannten Infektionslage und der immer noch unklaren Lage der zuerst in England festgestellten Mutation des Coronavirus mahnte die Ministerpräsident alle Bürger, sich unbedingt an die einschränkenden Maßnahmen zu halten.

„Die besten Regeln nützen nichts, wenn sie missachtet werden“, betonte Schwesig.

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