CORONA-PANDEMIE

Mecklenburg-Vorpommern lehnt Verkürzung der Sommerferien ab

Der Vorschlag von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, wegen der Corona-Krise die Sommerferien zu verkürzen, kommt in Mecklenburg-Vorpommern nicht gut an.
dpa
Eine Verschiebung oder Verkürzung der Sommerferien stößt in MV nicht auf Gegenliebe (Symbolbild).
Eine Verschiebung oder Verkürzung der Sommerferien stößt in MV nicht auf Gegenliebe (Symbolbild). Patrick Pleul
Schwerin ·

Die von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble angeregte Verkürzung der Sommerferien trifft in der Urlaubsregion Mecklenburg-Vorpommern auf entschiedenen Widerspruch. „Wir sind Tourismusland. Eine – auch bundesweite – Verkürzung der Sommerferien hätte wirtschaftliche Folgen. Die schon jetzt gebeutelte Branche hätte ein noch kürzeres Zeitfenster, Umsätze zu generieren. Damit würde eine Erholung von der Corona-Krise nochmals erschwert”, betonte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Freitag in Schwerin.

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Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) sagte, dieses Schulhalbjahr sei sehr anstrengend für alle Beteiligten. „Wir sollten das gut und geordnet zu Ende bringen, den Familien die Ferien gönnen und ein gutes und geordnetes neues Schuljahr am 1. August beginnen.” Auch eine Verschiebung der Sommerferien lehnte Martin in einem Live-Chat der „Schweriner Volkszeitung” am Freitag ab.

Corona-Maßnahmen zeigen Wirkung

Die Landesregierung hatte zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie Mitte März die Schulen geschlossen, sämtliche Urlaubsreisen in den Nordosten unterbunden und die Schließung von Hotels, Pensionen und Campingplätzen verfügt. Selbst Tagesreisen zur Küste sind bis auf weiteres verboten. Nach Einschätzung Glawes haben die für den Gesundheitsschutz getroffenen Maßnahmen angesichts der geringen Infektionszahlen im Land Wirkung gezeigt. „Das macht zuversichtlich”, sagte der Minister, ließ aber offen, wie er die Chancen auf eine reguläre Sommersaison an der Ostsee sieht. Zumindest bis Anfang Mai müssen Hotels und Gaststätten weiter geschlossen bleiben.

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Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Schweriner Landtag, Torsten Renz, bezeichnete Schäubles Vorschlag als verfrüht. „Wir fahren in der Pandemie nach wie vor auf Sicht und Priorität hat erst mal, dass der Schulbetrieb wieder anfährt und die Schüler ihre Abschlüsse machen können”, sagte Renz. Schulen sollten momentan nicht zusätzlich in Aufruhr versetzt werden, mahnte er.

Schäuble hatte in der Zeitung „Augsburger Allgemeine” (Freitag) seinen Vorschlag damit begründet, dass Schülern mit verkürzten Ferien Gelegenheit bekämen, den durch die Corona-Pandemie versäumten Unterrichtsstoff nachzuholen. „Bis auf Ausnahmen bleiben die Schulen noch einige Zeit geschlossen. Daher frage ich mich, ob die Verantwortlichen in den Ländern darüber nachdenken, die Schulferien in der Sommerzeit etwas zu verkürzen”, sagte der CDU-Politiker.

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Kommentare (1)

Wie wäre es denn, wenn die Schüler in den Ferien via Ferienlager oder Ferienspiele betreut werden. Es wäre eine Entlastung für Eltern und die Schüler würden Ferien bekommen und evtl sogar mehr erleben als sonst. Gibt bestimmt auch genug Freiwillige oder Studenten die die Betreuung übernehmen.