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Mecklenburg-Vorpommern rüstet auf

Die Zahl privater Waffen hat in Mecklenburg-Vorpommern 2017 weiter zugenommen.
Die Zahl privater Waffen hat in Mecklenburg-Vorpommern 2017 weiter zugenommen.
Daniel Karmann

Die Zunahme Kleiner Waffenscheine bereitet den Sicherheitsbehörden Sorge. Gewarnt wird vor Eskalation bei Konflikten – und vor Selbstjustiz.

Die Zahl privater Waffen hat in Mecklenburg-Vorpommern weiter zugenommen. Zu Jahresbeginn waren bei den Behörden im Land 18.617 Frauen und Männer mit mindestens einer legalen Waffe registriert. Das sind rund 300 mehr als ein Jahr zuvor und 500 mehr als zwei Jahre zuvor. Dies geht aus Daten des Innenministeriums in Schwerin hervor.

Die meisten Waffenbesitzer im Nordosten sind demnach Jäger. Ihre Zahl stieg von 11.501 Anfang 2016 auf jetzt 11.922, wie ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Auch die Zahl der Sportschützen mit eigener Waffe wuchs leicht. Insgesamt sind bei den Behörden 94.748 Waffen und Waffenteile in Privatbesitz registriert – gut 4000 mehr als ein Jahr davor.

Kann der Staat Sicherheit noch gewährleisten?

Sorge bereitet den Sicherheitsbehörden die Zunahme sogenannter Kleiner Waffenscheine. Ihre Zahl stieg im Nordosten von rund 3000 im Jahr 2012 auf aktuell 8542. Der Kleine Waffenschein berechtigt zum Führen von Reiz-, Signal- und Schreckschusswaffen. „Die Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern lässt sich auch bundesweit beobachten“, sagte Ministeriumssprecher Michael Teich. Schreckschusswaffen böten jedoch keinen wirkungsvollen Schutz gegen mögliche Angriffe. Sie trügen in Konfliktsituationen nur zur Eskalation und zu Selbstjustiz bei.

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Christian Schumacher, sagte dazu: „Offenbar haben Teile der Bevölkerung Angst, dass der Staat die innere Sicherheit nicht mehr gewährleisten kann.“ Dies müsse die Politik ernst nehmen. Der Staat dürfe das Gewaltmonopol nicht aus der Hand geben, mahnte Schumacher und warnte vor Schreckschusswaffen. Das seien keine Spielzeuge, sagte er. Im Jahr 2015 sei ein Mann in Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) gestorben, nachdem mit einer Schreckschusswaffe auf ihn geschossen worden sei.