„Mission Inklusion”

Mehr als 500 Menschen mit Behinderung demonstrieren in Schwerin

In Schwerin haben am Montag viele Menschen mit Behinderung unter dem Motto „Mission Inklusion” demonstriert. Ein Plan mit 113 Maßnahmen soll den Weg zu einer inklusiven Gesellschaft ebnen.
dpa
Schwerin: Eine Gebärdendolmetscherin (vorne) übersetzt Redebeiträge während einer Demonstration für die Verbesserung der Inklusion behinderter Menschen.
Schwerin: Eine Gebärdendolmetscherin (vorne) übersetzt Redebeiträge während einer Demonstration für die Verbesserung der Inklusion behinderter Menschen. Iris Leithold
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Schwerin.

Mehr als 500 Menschen mit Behinderung haben am Montag in Schwerin unter dem Motto „Mission Inklusion” für ihre Rechte demonstriert. Vertreter von Behindertenverbänden übergaben einen Katalog mit 14 Forderungen an Sozialministerin Stefanie Drese (SPD). „Über Inklusion wird zwar viel geredet, aber die Strukturen zur Verwirklichung von Inklusion werden in Bund, Ländern und Kommunen nicht ausreichend geschaffen”, heißt es darin.

Krippenbetreuung für Kinder mit Behinderungen

Zu den Forderungen zählt unter anderem eine Krippenbetreuung für Kinder mit Behinderungen. Zwar stehe dieser Anspruch im Kita-Gesetz des Landes, doch sähen der geltende Landesrahmenvertrag und dessen Neuentwurf keine zusätzlichen Betreuungsleistungen für Kinder mit Behinderung unter drei Jahren vor, heißt es. Viele Kitas sähen sich deshalb nicht in der Lage, behinderte Kleinkinder zu betreuen und lehnten ihre Aufnahme ab.

In den Schulen seien für die Inklusion kleinere Klassen und kleinere Hortgruppen nötig, heißt es weiter. An den Förderschulen dürfe kein Unterricht gekürzt werden. Außerdem fordern die Verbände mehr bezahlbaren barrierefreien Wohnraum für Behinderte mit kleinem Einkommen sowie mehr Personal in Wohneinrichtungen für Behinderte.

Weg zu einer inklusiven Gesellschaft

Sozialministerin Drese zeigt sich beeindruckt von der großen Zahl an Demonstranten. „Das ist genau der richtige Weg, wenn Menschen mit Behinderung aktiv und selbstbewusst ihre gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe einfordern”, sagte sie.

Die Landesregierung habe mit Akteuren einen Plan mit 113 Einzelmaßnahmen auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft erarbeitet, um den Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht zu werden. Das Land sei auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft vorangekommen.

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